Über ein capillares Gefäss-System der Teichmuschel.
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Kreislauf für alle Mollusken als charakteristisch angenommen. Die
entschiedensten Gegner dieser Anschauungsweise haben sich in
Frankreich gefunden, woher sie auch ausgegangen, so S o u 1 e y e t und
Roliin, namentlich letzterer ist es, der in dem Rapport a la Societe
de Biologie über den Phlebenterisme und die Arbeiten Souleyet’s
(1881), auf Injectionen capillarer Gefässe gestützt, sich entschieden
gegen jede Annahme einer „UnYollständigkeit” des Kreislaufes
erklärt.
In den verflossenen Monaten habe ich die unterbrochenen
Arbeiten über das Gefäss-System der Weichthiere wieder aufgenommen,
und zunächst die Kreislaufs-Organe der Teichmuschel
untersucht. Ich werde mir erlauben der hohen, kais. Akademie die
Resultate dieser Arbeit seiner Zeit mit der Bitte um Aufnahme derselben
in die Denkschriften vorzulegen. Die Schwierigkeiten in der
Anfertigung der Abbildungen verzögerten den vollen Abschluss der
Arbeit, und ich beschränke mich diesmal auf eine vorläufige Mittheilung
einiger der gewonnenen Resultate über das capillare Gefäss-System
dieser Thiere.
Es war mir vor Allem darum zu thun, den Zusammenhang des
arteriellen und venösen Systems zur Anschauung zu bringen; wenige
Injectionen reichten hin, um zu beweisen, dass dies mittelst eines geschlossenen
capillaren Gefäss-Systems geschehe. Ich besitze capillare
Injectionen vom Mantel, Fuss, Schliessmuskel, den Kiemen, Mundtentakeln,
Bojanus’schen Körper, und , vom ganzen Darmrohre. Ich
habe im Mantelrande die feinen Arterien ins capillare Netz zerfallen,
und aus diesem die Venen entstehen gesehen.
Die Formen dieser capillaren Gefässnetze (ich fand bis jetzt
nur Netze) sind in den verschiedenen Organen, je nach der Aggregation
der Gewebe verschieden ; in den einzelnen’Organen selbst hat
der Grad und die Art der Contraction des Organes Einfluss auf die
Grösse und Form der Maschen; indem bei grösserer Contraction
die Maschen verengt und nach bestimmten Richtungen verzogen
werden. Im Mantel z. B., der sich in der Fläche und vom freien Rande
aufwärts zusammenzieht, werden die Maschen mit dem Rande gleichlaufend
in die Länge gedrängt; im Fusse, der sich nach allen Dimensionen,
selbst bis zur Bildung von bruehsaekartigen Buchten contrahirt,
werden die ursprünglich runden Maschen so zusammengedrängt,
dass kaum Zwischenräume wahrzunehmen sind.