Brücke. Über die Chylusgefässe
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In der Darmwand verhalten sieli also die Chylusgefässe der
Mäuse zu denen der Kaninchen, wie sich im Mesenterium die Chylusgefässe
der Seeschildkröten zu denen der übrigen Schildkröten verhalten.
In der Darmwand der Kaninchen fand ich noch ein subperitoneales
Chylusgefäss-System von geringer Capacität, das ganz unabhängig
von den Blutgefässen war.
Der Bau der Milchsaftgefässe im Mesenterium der Säugethiere
und Menschen ist den Hauptsachen nach bekannt, weniger der der
Lymphdrüsen, zu denen sie führen und aus denen sie wiederum hervorgehen.
Uber diese sind noch in neuester Zeit die widersprechendsten
Ansichten geäussert worden.
In ihnen verlieren, wie Ludwig und Noll schon im Jahre 1849 1 )
beobachteten, die Chylusgefässe ihre selbstständigen Wände, die Vasa
inferenlia lösen sich in das poröse Drüsengewebe auf, aus dem sich
die Vasa efferentia neu zusammensetzen. An den Drüsen selbst muss
man unterscheiden: Erstens eine Rindensubstanz, die aus runden oder
eiförmigen Körpern besteht, die in ihrem Baue den einzelnen Drüsenelementen
der Peyerischen Plaques ganz analog sind, und zweitens
eine Marksubstanz. Das Gerüst der letzteren bilden die grösseren Blutgefässe
mit ihren Adventiticn. EinTheil der Äste derselben verzweigt
sich capillar in der Marksubstanz, ein anderer geht in die Rindensubstanz.
Das begleitende Bindegewebe wird immer lockerer, je feiner
die Äste werden und je weiter man sich von den grösseren Stämmen
entfernt. Die ausgebildeten Bindegewebefasern verschwinden immer
mehr und an ihre Stelle treten Kytoblasten mit eng umschliessender
Zellenmembran, die ausläuft in zwei oder drei zugespitzte, bisweilen
platte, meist fadenförmige Fortsätze, die zu einem weichen Gewebe
verfilzt sind, in welchem die Capillaren der Marksubstanz liegen. Diesen
endlich folgen runde Zellen in verschiedenen Entwickelungsphasen,
die denLymphkörperchen gleichen. Siebegrenzen zunächst die feinen,
unregelmässigen, vielfach anaslomosirenden Gänge, welche die Marksubstanz
so porös wie einen Schwamm machen. Die ganze Drüse ist
eingehüllt in eine Haut, die wie Oscar Hey fei der 3 ) richtig bet
) Über den Lymphstrom in den Lymphgefässen und die wesentlichsten anatomischen
Bestandteile der Lymphdrüsen. Henle und Pfeuffer’s Zeitschrift
für rationelle Medicin, Bd. IX, S. 52.
a ) Bau der Lymphdrüsen. Breslau, 1851, 4°*