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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Brücke.  Über  die  Chylusgefässe

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In  der  Darmwand  verhalten  sieli  also  die  Chylusgefässe  der
Mäuse  zu  denen  der  Kaninchen,  wie  sich  im  Mesenterium  die  Chylusgefässe
  der  Seeschildkröten  zu  denen  der  übrigen  Schildkröten  verhalten. ­
  In  der  Darmwand  der  Kaninchen  fand  ich  noch  ein  subperitoneales ­
  Chylusgefäss-System  von  geringer  Capacität,  das  ganz  unabhängig ­
  von  den  Blutgefässen  war.
Der  Bau  der  Milchsaftgefässe  im  Mesenterium  der  Säugethiere
und  Menschen  ist  den  Hauptsachen  nach  bekannt,  weniger  der  der
Lymphdrüsen,  zu  denen  sie  führen  und  aus  denen  sie  wiederum  hervorgehen. ­
  Uber  diese  sind  noch  in  neuester  Zeit  die  widersprechendsten ­
  Ansichten  geäussert  worden.
In  ihnen  verlieren,  wie  Ludwig  und  Noll  schon  im  Jahre  1849 1 )
beobachteten,  die  Chylusgefässe  ihre  selbstständigen  Wände,  die  Vasa
inferenlia  lösen  sich  in  das  poröse  Drüsengewebe  auf,  aus  dem  sich
die  Vasa  efferentia  neu  zusammensetzen.  An  den  Drüsen  selbst  muss
man  unterscheiden:  Erstens  eine  Rindensubstanz,  die  aus  runden  oder
eiförmigen  Körpern  besteht,  die  in  ihrem  Baue  den  einzelnen  Drüsenelementen ­
  der  Peyerischen  Plaques  ganz  analog  sind,  und  zweitens
eine  Marksubstanz.  Das  Gerüst  der  letzteren  bilden  die  grösseren  Blutgefässe ­
  mit  ihren  Adventiticn.  EinTheil  der  Äste  derselben  verzweigt
sich  capillar  in  der  Marksubstanz,  ein  anderer  geht  in  die  Rindensubstanz. ­
  Das  begleitende  Bindegewebe  wird  immer  lockerer,  je  feiner
die  Äste  werden  und  je  weiter  man  sich  von  den  grösseren  Stämmen
entfernt.  Die  ausgebildeten  Bindegewebefasern  verschwinden  immer
mehr  und  an  ihre  Stelle  treten  Kytoblasten  mit  eng  umschliessender
Zellenmembran,  die  ausläuft  in  zwei  oder  drei  zugespitzte,  bisweilen
platte,  meist  fadenförmige  Fortsätze,  die  zu  einem  weichen  Gewebe
verfilzt  sind,  in  welchem  die  Capillaren  der  Marksubstanz  liegen.  Diesen ­
  endlich  folgen  runde  Zellen  in  verschiedenen  Entwickelungsphasen,
die  denLymphkörperchen  gleichen.  Siebegrenzen  zunächst  die  feinen,
unregelmässigen,  vielfach  anaslomosirenden  Gänge,  welche  die  Marksubstanz ­
  so  porös  wie  einen  Schwamm  machen.  Die  ganze  Drüse  ist
eingehüllt  in  eine  Haut,  die  wie  Oscar  Hey  fei  der  3 )  richtig  bet

 )  Über  den  Lymphstrom  in  den  Lymphgefässen  und  die  wesentlichsten  anatomischen ­
  Bestandteile  der  Lymphdrüsen.  Henle  und  Pfeuffer’s  Zeitschrift ­
  für  rationelle  Medicin,  Bd.  IX,  S.  52.
a )  Bau  der  Lymphdrüsen.  Breslau,  1851,  4°*
            
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