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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

systematische  Stellung  einiger  Binnenwürmer.

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Was  die  innere  Organisation  betrifft,  so  lässt  das  an  allen  Stellen
ausserordentlich  contractile  Körperparenchym  mit  Ausnahme  der  vier
Saugnäpfe  des  Rüssels  und  des  Rüsselsackes  nirgens  Muskelfaserung
erkennen,  und  S  ieb  o  I  d  glaubte  daher  annehmen  zu  können,  dass  die
Contractionsfähigkeit  des  structurlosen  Körperparenchyms  von  einer
einfachen  contractilen  Sarkodemasse  ausgehe.  Das  Körperparenchym
enthält  stets  zweierlei  farblose  und  kugelförmige  Elementarkörper,
von  welchen  Siebold  die  einen  nur  im  Hinterleib  vorkommenden  für
Fetttropfen,  die  anderen  auch  im  Kopf  besonders  an  der  Basis  der
Saugnäpfe  befindlichen  für  Kalkkörperchen  erklärt,  wie  siebei  andern
Cestoden  gleichfalls  Vorkommen.  Auch  ein  System  von  wasserhellen
Gefässen  (Wassergefäss-System)  wurde  entdeckt,  das  aus  4  einfachen ­
  Stämmen  besteht,  welche  je  2  und  2  aus  dem  Hinterleihs-Ende
zu  beiden  Seiten  des  Leibes  emporsteigen,  und  von  denen  sich  jeder
am  unteren  Ende  des  Kopfes  angelangt,  in  2  Äste  spaltet,  die  an  der
hintern  Wand  der  4  Saugnäpfe  in  die  Höhe  laufen,  sich  am  oberen
Ende  derselben  wieder  vereinigen,  und  dann  nach  kurzem  Verlaufe  in
einem  Gefässringe  endigen,  welcher  die  Mündung  des  Rüsselsackes
umgibt.  In  den  oberen  Winkeln  der  durch  die  Spaltung  der  4  Stämme
in  8  Äste  gebildeten  ovalen,  der  Form  der  Saugnäpfe  entsprechenden
Räume  zeigen  sich  1  bis  2  schräge  Anostomosen.  Auf  welche  Weise
dieses  Gefäss-System,  an  dessen  oberem  Ende  zuweilen  sehr  zarte
Verästelungen  zum  Vorschein  kommen,  im  Hinterleibs-Ende  beginnt
oder  endigt,  konnte  von  Siebold  nicht  erkannt  werden.
Rücksichtlich  der  Lebensgeschichte  und  Deutung  dieses  Helminthen ­
  bemerkt  Sieb  old,  dass  alle  bis  jetzt  in  Eiern  beobachteten
Embryonen  der  Taenien  und  Bothriocep  halen  aus  einem  einfachen ­
  rundlichen  contractilen  Körperchen,  an  welchem  6  Häckchen
aus-  und  eingeschlagen  werden  können,  bestehen,  und  vermuthet,  dass
die  in  Rede  stehenden  von  ihm  für  unentwickelte  Ta  en  i  en  (Taenienammen)
  gehaltenen  encystirten  Würmer,  welche  nach  seiner  Ansicht
von  aussen  in  die  Naktschnecken  gelangen,  in  ähnlicher  Form  aus
Eiern  entstehen,  durch  noch  unbekannte  Zwischenstufen  die  beschriebene ­
  Gestalt  annehmen  und  dann  mittelst  Wanderung  in  anderen
Wohnthieren,  vielleicht  in  Säugethieren  oder  Vögeln  ihre  weitere
Ausbildung  und  geschlechtliche  Reife  erlangen  dürften.
Diese  von  Sieb  old  angedeutete  Lücke  zwischen  dem  einfachen
Embryo  und  den  encystirten  Würmern  hat  nun  Stein  durch  seine  in
            
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