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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

424  C.  v.  Ettingshausen.
nicht  eine  ihrem  Gehalte  entsprechende  Menge  Sauerstoff,  sondern
Sauerstoffgas  und  Stickstoff  ausgeschieden  werden,  so  kann  der
letztere  eben  so  wenig  aus  den  zersetzten  stickstoffhaltigen  Substanzen ­
  als  vielmehr  aus  der  in  der  Pflanze  vorhandenen  atmosphärischen ­
  Luft,  die  mit  den  flüssigen  Nahrungstoften  dahin  gebracht
wurde,  abgeleitet  werden.  Wir  glauben  demnach  die  Frage  nach  dem
Ursprünge  des  Stickgases  in  den  luftförmigen  Ausscheidungen  der
Pflanzen  dahin  beantworten  zu  müssen,  dass  wir  für  a  11  e  Fä  11  e
die  atmosphärische  Luft  als  einzige  und  gewöhnliche ­
  Quelle  derselben  betrachten.

Über  die  fossile  Flora  des  Monte  Promina  in  Dalmatien.
Von  Dr.  Constantin  v.  Ettingshauscn.
(Auszug  aus  einer  in  die  Denkschriften  aufg-enommenen  Abhandlung.)
Die  von  Leopold  von  Buch  aufgestellte  Ansicht,  dass  die
verschiedenen  Lagerstätten  von  Braunkohlen  in  Europa  und  die  selbe
begleitenden  fossilen  Pflanzenreste  nur  Einer  Epoche  zufallen,  die
der  Nummuliten-  oder  Eocen  -  Periode  folgte  und  sonach  als  mitteltertiär ­
  zu  bezeichnen  wären,  wurde  von  allen  jenen  mit  grossem
Beifall  aufgenommen,  welche  die  Schwierigkeiten  der  genaueren
Bestimmung  des  Alters  einzelner  Localitäten  von  Kohlen  und  Pflanzenresten ­
  in  der  Tertiärformation  durch  eigene  Untersuchung  kennen
gelernt  haben.  In  der  That  ist  die  Grenze  zwischen  dem  Eocenen
und  Miocenen  in  der  Flora  keineswegs  so  scharf  ausgesprochen,  wie
sich  dies  in  der  Fauna  der  Tertiärformation  zeigt.  Otto  Weber
fand  in  den  immerhin  als  miocen  zu  bezeichnenden  Braunkohlen-Localitäten
  der  niederrheinischen  Formation  viele  Arten,  welche
die  als  eocen  geltende  Flora  von  Sotzka  lieferte;  Fischer-Öster
entdeckte  eocene  Pflanzenarten  in  einigen  Localitäten  der  Schweizer ­
  Molasse.  Mir  wurde  bei  der  Durchforschung  der  Vorkommen
von  tertiären  Pflanzenresten  in  der  österreichischen  Monarchie
eine  Localität  —  das  Kohlenlager  hei  Fohnsdorf  in  Steiermark  —
bekannt,  deren  fossile  Flora  ihrem  Charakter  nach,  zwischen  die
beiden  tertiären  Zeitabschnitte  zu  fallen  scheint,  indem  die  Anzahl
von  solchen  Arten,  welche  die  eocene  Periode  charakterisiren,  der
            
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