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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

von  den  gi'ünen  Pflauzentheilen  ausgescliiedene  Stickgas?

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abzuleiten,  als  anzunehmen,  dass  dasselbe  aus  bereits  assimilirten
Stickstoflfverbindungen  hervorgehe.
Es  ist  zwar  nicht  zu  läugnen,  dass  auch  diese  einfache  Pflanze
während  des  Versuches  theilweise  gebleicht,  d.  i.  ihres  Chlorophylls
beraubt  wurde;  allein  wer  wird  es  nicht  ungleich  wahrscheinlicher
linden,  anzunehmen,  dass  diese  allerdings  stickstoffhaltige  Substanz
dazu  verwendet  wurde,  die  neu  entstandenen  und  im  Wachsthume
begriffenen  Zellen  mit  den  nothwendigen  Stickstoffverbindungen  zu
versorgen,  als  zersetzt  und  theilweise  ausgeschieden  zu  werden.
Aber  auch  für  alle  übrigen  Fälle,  wo  in  der  exhalirten  Luft
das  Stickgas  eine  Rolle  spielt,  kann  der  Analogie  zufolge  gewiss
eben  so  wenig  an  eine  Zersetzung  stickstoffhaltiger  Substanzen  bei
übrigens  gesunder  Vegetation  gedacht  werden.
Bei  den  Landpflanzen  dringt  die  atmosphärische  Luft  überall  in
das  Innere  der  Pflanzensubstanz  ein  und  betheiligt  sich  bei  jedem
Gas-Austausche,  eben  so  bei  den  untergetauchten  oder  eigentlichen
Wasserpflanzen,  wo  die  in  den  zahlreichen  Luftgängen  vorhandene
Gas-Art  wenig  von  der  Beschaffenheit  der  atmosphärischen  Luft  abweicht. ­
  Soll  es  demnach  wohl  noch  in  Zweifel  zu  ziehen  sein,  dass
die  atmosphärische  Luft  die  eigentliche  Quelle  aller  Stickgas-Ausscheidung
  ist?
Wir  überlassen  es  den  Herren  C1  o  e  z  und  G  r  a  d  i  o  1  e  t  selbst,  in
der  Folge  nachzuweisen,  ob  das  zu  ihrem  Versuche  angewendete
luftfreie  Wasser  nicht  schon  gleich  nach  dem  Beginne  des  Versuches
so  viel  atmosphärische  Luft  wieder  aufgenommen  hat,  um  im  Stande
gewesen  zu  sein,  den  durch  die  Pflanzen  ausgeschiedenen  Stickstoff
zu  liefern,  oder  ob  in  dem  angeführten  Versuche  nicht  vielmehr  ein
anomaler  Process  vorliegt,  dei',  von  der  regelmässigen  und  gewöhnlichen ­
  Bahn  abweichend,  allerdings  bis  zur  theilweisen  Auflösung  und
Selbstzerstörung  somit  auch  zur  Zersetzung  der  stickstoffhaltigen
Pflanzensubstanzen  im  vegetirenden  Leibe  fortschreiten  konnte.
Sollten  wir  uns  nähere  Rechenschaft  über  die  Luftausscheidung
der  Pflanzen  im  Liebte  geben,  so  müssen  wir  glauben,  dass  bei  der
Assimilation  der  Kohlensäure  die  atmosphärische  Luft  niemals  unthätig
  ist,  und  angezogen  von  der  Ptlanzensubstanz  in  ihrer  ursprünglichen ­
  Gestalt  von  derselben  aufgenommen  wird.  Wenn  daher  die  Versuche ­
  mit  kohlensäurereicherer  Luft,  in  welcher  Pflanzen  im  Lichte
vegetirten,  zeigen,  dass  für  die  dabei  verschwundene  Kohlensäure
            
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