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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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U  n  g  e  r.  Welchen  Ursprung  hat  das

Berücksichtigt  man  ferner  die  Zusammensetzung  dieser  atmosphärischen ­
  Luft,  welche  27G  Oxygen  und  72-4  Azot  betrug,  so  stellt
sich  für  die  gesammte  Menge  des  zu  dem  obigen  Versuche  angewendeten ­
  Brunnenwassers  von  1  */ a  Lit.  heraus:
Atmosphär.  Luft  .34-20  C.C.  ==  9-44  C.C.  Ox.  24-70  C.C.  Azot.
Kohlensäure  ....  93-23  C.C.  =  93-23  C.C.  „  47-623  C.C.  Carl).,
daher  im  Ganzen  24-76  C.C.  Azot  und  104-69  C.C.  Oxygen.
Aus  der  Vergleichung  der  gefundenen  Grössen  nämlich,  der  von
der  Pflanze  während  des  Versuches  ausgeschiedenen  Luftarten  und
den  im  Wasser  befindlichen  Gasen,  ergibt  sich  sehr  augenfällig,  dass
der  Azotgehalt  des  Wassers  noch  immer  den  Azotgehalt  der  ausgeschiedenen ­
  Luft  ühertrifft,  was  auch  bezüglich  des  Oxygens  in  einem
bei  weitem  grösseren  Maasse  der  Fall  ist.
Es  geht  aber  hieraus  zugleich  unwiderleglich  hervor,  dass  das
Azot  der  ausgeschiedenen  Luft  keineswegs  aus  der
Zersetzung  des  stickstoffhaltigen  Zellinhaltes  berge ­
  1  e  i  t  e  t  zu  werden  braucht,  da  die  Luft  desWassers
immerhin  hinreicht  so  viel  Stickstoff  zu  liefern  als
zur  Absonderung  d  e  s  S  t  i  c  k  s  t  o  f  f  e  s  durch  die  Pflanzen
nothwendig  ist.
Nach  dem  ganzen  Wachsthumsvorgange  der  Pflanze  ist  es  bei
weitem  wahrscheinlicher  die  Ausscheidung  des  Azof.es  von  der  mit
der  Pflanze  in  stete  Berührung  kommenden  atmosphärischen  Luft

reducirten  Luftdruck  ungefüllt.  Dieses  Wasser  enthielt  nach  allen  Correclioncn
  dem  Volumen  nach  in  100  Theilen  :
Atmosphärische  Luft.  .  .  3*45
Kohlensäure  6*17
9*62
Es  sind  also  die  obigen  Berechnungen  zum  Grunde  gelegte  Zahlen  immerhin
eher  zu  klein  als  zu  gross  angenommen  worden.  Hr.  Dr.  Baumert  gibt  in
der  angezeigten  Schrift  an,  dass  nach  zahlreichen  Versuchen  von  B  linsen
100  Vol.  Theile  Wasser  hei  9*70  C.  und  760  Mm.  Druck  aufnehmen
1*9229  Stickgas,
4*0378  Sauerstoflgas,
5*9607.
Es  ist  also  seihst  die  durch  jene  genaue  Methode  gefundene  Menge  atmosphärischer ­
  Luft  im  Wasser  nicht  viel  mehr  als  die  Hälfte  dessen,  was
dasselbe  aufnehmen  könnte.
            
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