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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Unger.  Welchen  Ursprung  hat  das

Portion  von  ungefähr  12  Cent.  Cnb.  und  setzte  sie  in  einen  l'/ s  Lit.
haltenden  mit  Brunnenwasser  gefüllten  Kolben.  Dieser  letztere  blieb
am  Fenster  eines  stets  auf  12°  R.  erwärmten  Zimmers  dem  vollen
Liebte  ausgesetzt.  Der  Kolben  erhielt  durch  zwei  Röhren,  welche
den  ihn  luftdicht  verschliessenden  unten  konisch  ausgekehlten  Pfropf
durchbohrten,  die  Einrichtung,  dass  jede  kleinste  Menge  des  sich  im
W  asser  entwickelnden  Gases  leicht  gemessen  und  eben  so  leicht
zum  Behufe  der  Analyse  entfernt  werden  konnte.  Zu  diesem  Zwecke
war  die  eine  Röhre  von  8  Mil.  Met.  Öffnung  und  8  Dec.  Met.  Länge
senkrecht  bis  an  den  Grund  des  Kolbens  eingeführt  und  so  in  Grade  getlieilf,
  dass  man  noch  die  Zehntel  eines  Cub.  Cent.  Met.  direct  ablesen
konnte;  die  andere  Röhre  hingegen  war  nach  Art  einer  Gasentbindungsröhre ­
  gebogen  und  mit  ihrem  einen  Ende  genau  der  Spitze  der
konischen  Aushöhlung  des  Pfropfes  angepasst.  Es  konnte  auf  diese
Weise  durch  den  Stand  der  Wassersäule  in  der  senkrechten  Röhre
nach  gehöriger  Correction  rücksichtlich  des  Druckes  und  der  Temperatur ­
  nicht  nur  jede  auch  die  kleinste  im  Wasser  entstandene  Luftblase ­
  gemessen  werden,  sondern  die  sich  nach  und  nach  im  Halse
des  Kolbens  ansammelden  Gase  konnten  durch  die  Öffnung  der  Entbindungsröhre ­
  unter  der  pneumatischen  Wanne  zur  weiteren  Untersuchung ­
  in  jedes  beliebige  Gefäss  überleert  werden.  —
Obgleich  die  Witterung  während  der  Zeit  des  Versuches  durchaus ­
  ungünstig  war  und  die  Sonnenblicke  nur  sehr  sparsam  erschienen,
so  fand  doch  fort  und  fort  Gas-Entwickelung  in  der  Umgebung  der
Pflanze  Statt.  Die  anfänglich  zwischen  den  Fäden  dieser  Confervacee
entstandenen  Luftbläschen  trennten  sich  nachdem  sie  grösser  wurden
von  selbst  und  sammelten  sich  im  Halse  der  Flasche  und  in  dem
oberen  Tlieile  der  Entbindungsröhre  an;  auch  konnte  man  durch
Drehen  und  Wenden  derselben  selbst  die  Trennung  aller  übrigen
Luftblasen  ziemlich  vollständig  bewirken.  Es  ergab  sich  aus  den  vom
26.  Jänner  bis  8.  März  (1853),  d.  i.  durch  40  Tage,  fortgesetzten
Beobachtungen,  während  welcher  Zeit  durchaus  keine  Erneuerung
des  Wassers  stattfand,  dass  die  Gas-Entwickelung  für  die  geringe
Menge  der  Pflanzensubstanz  immerhin  nicht  unbeträchtlich  war.  Der
Versuch  wurde  um  9%  Uhr  Morgens  begonnen  und  um  dieselbe  Zeit
jedesmal  die  Beobachtung  wiederholt.  DasErgebniss  derselben  ist  im
Folgenden  übersichtlich  zusammengestellt.
            
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