41Ö
Unger. Welchen Ursprung hat das
Pflanzen (Recherch.es experimentales sur la Vegetation des
planles submergees. Annales de Cliimie et de Physique, 3. Ser..
Tom. 32, p. 41) angestellt, der, indem er gegen die oben angeführte
Vermutlmng spricht, jedenfalls eine nähere Beleuchtung verdient.
Auch die beiden genannten Physiologen fanden hei ihren Beobachtungen
über die Gas-Ausscheidung von Polamogeton perfoliatum
in dem Verlaufe von 8 Tagen nicht nur eine sehr auffallende Abnahme
dieses Processes überhaupt, sondern auch eine beträchtliche Verminderung
des Azotgehaltes der ausgeschiedenen Luft. Um sich aber
von dem Ursprünge des Azotes zu überzeugen, wendeten sie ein
Wasser an, dem sie durch Kochen früher alle Luft nahmen, dafür
aber eine kleine Quantität Kohlensäure beisetzten (auf 8 Lit. 25 Cent.
Lit.) und diese Quantität nach Massgabe der Gas-Entwickelung stets
erneuten. Nichts desto weniger war auch der von dieser Pflanze unter
obigen Umständen entwickelten Luft in nicht unbeträchtlicher Menge
Stickgas beigemengt, welches nach Schluss des Versuches im Ganzen
282,4 Cent. Cub. betrug, und somit das Volumen der Versuchspflanzen
(184 Cent. Cub.) um ein nicht Unbeträchtliches überstieg. Da nach der
Meinung der Verfasser dieses Azot nicht aus dem Wasser herrühren
konnte, so blieb Nichts übrig, als es aus dem Innern der Pflanze, aus
den Luftcanälen derselben, abzuleiten, wo es möglicher Weise im
verdichteten Zustande angehäuft sein konnte oder die Zersetzung der
stickstoffhaltigen Substanzen der Pflanze selbst für die ursprüngliche
Quelle dieses Stickstoffes zu erklären. Die Verfasser zeigten durch
einen Versuch, dass die erstere Annahme nicht zulässig sei, und
dass die in den Luftgängen das Potamogclon perfoliatum angesammelte
Luft aus Kohlensäure und Azot im Verhältnisse von 42,50
57,50 zusammengesetzt sei und daher das letztere Gas nicht mehr
als den G. Theil des Volumens der Versuchspflanzen betrage.
Es stellte sich somit heraus, dass das von den Pflanzen ausgeschiedene
Azot unmöglich aus den Luftgängen derselben ihren Ursprung
nehmen konnte. Eine weitere Untersuchung, welche die
Prüfung gleicher Mengen der Pflanzen vor und nach der Entwickelung
von Luft auf ihren Stickstolfgehalt zum Zwecke hatte, liess
in der That eine Abnahme desselben von 5,23 pCt. auf 3,74 pCt.
erkennen. Die Verfasser scldiessen daraus, dass die Pflanzen, welche
durch einige Zeit im luftfreien Wasser vegetirten, auf Kosten ihrer
eigenen Substanz eine nicht geringe Menge Stickstoff verloren haben.