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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Unger.  Welchen  Ursprung  hat  das

Pflanzen  (Recherch.es  experimentales  sur  la  Vegetation  des
planles  submergees.  Annales  de  Cliimie  et  de  Physique,  3.  Ser..
Tom.  32,  p.  41)  angestellt,  der,  indem  er  gegen  die  oben  angeführte
Vermutlmng  spricht,  jedenfalls  eine  nähere  Beleuchtung  verdient.
Auch  die  beiden  genannten  Physiologen  fanden  hei  ihren  Beobachtungen ­
  über  die  Gas-Ausscheidung  von  Polamogeton  perfoliatum
in  dem  Verlaufe  von  8  Tagen  nicht  nur  eine  sehr  auffallende  Abnahme
dieses  Processes  überhaupt,  sondern  auch  eine  beträchtliche  Verminderung ­
  des  Azotgehaltes  der  ausgeschiedenen  Luft.  Um  sich  aber
von  dem  Ursprünge  des  Azotes  zu  überzeugen,  wendeten  sie  ein
Wasser  an,  dem  sie  durch  Kochen  früher  alle  Luft  nahmen,  dafür
aber  eine  kleine  Quantität  Kohlensäure  beisetzten  (auf  8  Lit.  25  Cent.
Lit.)  und  diese  Quantität  nach  Massgabe  der  Gas-Entwickelung  stets
erneuten.  Nichts  desto  weniger  war  auch  der  von  dieser  Pflanze  unter
obigen  Umständen  entwickelten  Luft  in  nicht  unbeträchtlicher  Menge
Stickgas  beigemengt,  welches  nach  Schluss  des  Versuches  im  Ganzen
282,4  Cent.  Cub.  betrug,  und  somit  das  Volumen  der  Versuchspflanzen
(184  Cent.  Cub.)  um  ein  nicht  Unbeträchtliches  überstieg.  Da  nach  der
Meinung  der  Verfasser  dieses  Azot  nicht  aus  dem  Wasser  herrühren
konnte,  so  blieb  Nichts  übrig,  als  es  aus  dem  Innern  der  Pflanze,  aus
den  Luftcanälen  derselben,  abzuleiten,  wo  es  möglicher  Weise  im
verdichteten  Zustande  angehäuft  sein  konnte  oder  die  Zersetzung  der
stickstoffhaltigen  Substanzen  der  Pflanze  selbst  für  die  ursprüngliche
Quelle  dieses  Stickstoffes  zu  erklären.  Die  Verfasser  zeigten  durch
einen  Versuch,  dass  die  erstere  Annahme  nicht  zulässig  sei,  und
dass  die  in  den  Luftgängen  das  Potamogclon  perfoliatum  angesammelte ­
  Luft  aus  Kohlensäure  und  Azot  im  Verhältnisse  von  42,50
57,50  zusammengesetzt  sei  und  daher  das  letztere  Gas  nicht  mehr
als  den  G.  Theil  des  Volumens  der  Versuchspflanzen  betrage.
Es  stellte  sich  somit  heraus,  dass  das  von  den  Pflanzen  ausgeschiedene ­
  Azot  unmöglich  aus  den  Luftgängen  derselben  ihren  Ursprung ­
  nehmen  konnte.  Eine  weitere  Untersuchung,  welche  die
Prüfung  gleicher  Mengen  der  Pflanzen  vor  und  nach  der  Entwickelung ­
  von  Luft  auf  ihren  Stickstolfgehalt  zum  Zwecke  hatte,  liess
in  der  That  eine  Abnahme  desselben  von  5,23  pCt.  auf  3,74  pCt.
erkennen.  Die  Verfasser  scldiessen  daraus,  dass  die  Pflanzen,  welche
durch  einige  Zeit  im  luftfreien  Wasser  vegetirten,  auf  Kosten  ihrer
eigenen  Substanz  eine  nicht  geringe  Menge  Stickstoff  verloren  haben.
            
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