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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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U  n  g  e  r.

Von  12  Uhr  Mittags  (7.  September)  bis  Abends  waren  -ungeachtet ­
  des  beständig  trüben  und  regnerischen  Wetters  G  Cent.  Cub.  Luft
angesammelt.  Über  Nacht  bis  S  Uhr  Morgens  des  andern  Tages  batte
sieb  die  frühere  Quantität  auf  IG  Cent.  Cub.  vermehrt.  Die  Analyse
zeigte  in  dieser  Luft  keine  Kohlensäure  und  in  100  Vol.  Tbeilen  nur
11,6  Oxygen  und  88,4  Azot.
XVII.  Versuch.
Ein  Rebenschössling  mit  drei  jungen  Blättern  wurde,  ohne  vom
Stamme  getrennt  zu  werden,  unter  der  pneumatischen  Wanne  in  einen
mit  Brunnenwasser  gefüllten  Glascylinder  gebracht  und  der  Sonne
exponirt.
Von  9  Uhr  Morgens  bis  9  Uhr  Abends  (17.  August)  hatten  sich
aus  den  Blättern  IS  Cent.  Cub.  Luft  entwickelt.  Dieselbe  Quantität
vermehrte  sich  nicht  bis  9  Uhr  des  folgenden  Tages.  Die  Analyse
der  Luft  gab  in  100  Vol.  Theilen  36,4  Oxygen  und  63,6  Azot.
XVIII.  Versuch.
Um  zu  erforschen,  ob  die  beiden  Blattflächen  in  Bezug  auf  die
mit  ihnen  in  Berührung  stehende  Luft  in  verschiedener  Weise  wirksam ­
  sind,  wurde  ein  Stück  der  Blattfläche  mit  zwei  an  den  entgegengesetzten ­
  Seiten  daran  gekitteten,  an  der  Spitze  verschlossenen
Glastrichter  von  der  Atmosphäre  luftdicht  angeschlossen.  In  dieser
Weise  würde  an  einem  Blatte  von  Ficus  elastica  sowohl  die  Obcrals
  die  Unterseite  In  einer  Ausdehnung  von  1134  0  Lin.  =  S410,46
Q  Millim.  so  von  der  äusseren  Luft  abgesperrt,  dass  nur  122  Cent.
Cub.  Luft  mit  der  einen  wie  mit  der  anderen  in  Berührung  blichen.
Der  Versuch  würde  am  23.  März  ausgeführt  und  dauerte  6  Stunden,
während  welcher  Zeit  die  Sonne  kräftig  auf  das  Blatt  einwirkte.  Nach
Beendigung  desselben  enthielt  die  Luft,  welche  mit  der  Oberseite  des
Blattes  in  Berührung  war  20,4  pCt.  Oxygen,  eben  so  die  Luft,  die
die  Unterseite  berührte  20,4  pCt.  Oxygen.  Die  ungleiche  Organisation ­
  beider  Blattseiten  (die  Oberseite  hat  keine  Spaltöffnungen,  die
Unterseite  auf  1  0  Millim.  207)  hatte  also  keinen  Einfluss  auf  die
Veränderung  der  Luft  ausgeübt.
XIX.  Versuch.
An  einem  ausgewachsenen  Rebenblatte  wurden  ganz  auf  dieselbe ­
  Art  wie  im  vorhergehenden  Falle  zwei  an  der  Spitze  verschlos-
            
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