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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Versuche  über  Luftausscheidung  lebender  Pflanzen.

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blieben,  obgleich  sie  hier  ebenso  zahlreich  als  an  der  Unterseite
auftraten,  dennoch  nur  klein.  Von  7  Uhr  Morgens  bis  12  Uhr  Mittags ­
  (26.  August),  also  durch  3  Stunden,  hatten  sich  7  Cent.  Cub.  Luft
entwickelt.  Die  Untersuchung  derselben  zeigte  in  100  Yol.  Theilen
43,0  Oxygen  und  37,0  Azot.
XIV.  Versuch.
Eine  starke,  blühende  und  zugleich  fructificirende  Pflanze  von
Euphorbia  helioscopia,  welche  im  freien  Grunde  wuchs,  wurde,
ohne  sie  zu  verletzen,  mit  ihrem  oberen  Tlieile  unter  einen  mit
Wasser  gefüllten  Glascylinder  gebracht.  Unter  steter  Einwirkung
der  Sonne  hatten  sich  bald  eine  Menge  Luftblasen  von  der  Pflanze
getrennt,  und  selbst  nach  mehreren  Stunden  behielt  dieselbe  noch  ihr
silberglänzendes  Ansehen  wie  zuvor.
Während  des  Tages  (23.  August)  hatten  sich  durch  12  Stunden ­
  12  Cent.  Cub.  Luft  entwickelt,  ohne  dass  die  Pllanze  durch  die
Berührung  mit  dem  Wasser  merklich  litt.  Die  Untersuchung  der  Luft
zeigte  in  100  Vol.  Theilen  40,0  Oxygen  und  60,0  Azot.
XV.  Versuch.
Gleichzeitig  mit  dem  vorhergehenden  Versuche  wurde  an  einem
im  Freien  stehenden  Exemplare  von  Amaranthus  adscendensRchb.
ein  ähnlicher  Versuch  gemacht.  Fortwährend  der  Sonne  ausgesetzt,
hatten  sich  von  9  bis  11  Uhr  Morgens  bereits  4  Cent.  Cub.  Luft  entwickelt. ­
  Die  ganze  Pflanze  war  mit  Luftblasen  bedeckt.  Jene  an  der
Oberseite  der  Blätter  blieben  klein  und  losten  sich  als  solche,  die
der  Unterseite  hingegen  wurden  bedeutend  grösser  und  ihre  Lösung
erfolgte  erst  sodann.
In  12  Stunden  waren  S  Cent.  Cub.  Luft  angesammelt.  Ihre  Zusammensetzung ­
  in  100  Vol.  Theilen  betrug  33,0  Oxygen  und  63,0  Azot.
XVI.  Versuch.
Ein  Trieb  einer  früher  verstümmelten,  später  aber  vollkommen
vernarbten  Pflanze  von  Portulacca  oleraceu  wurde  ohne  Trennung
von  der  Pflanze  unter  Wasser  gebracht.  Weder  an  den  Blättern
»och  an  den  Stengeln  liess  sich  irgend  ein  Luftbläschen  wahrnehmen.
Dagegen  strömte  aus  einer  kleinen  verletzten  Stelle  der  Unterseite
eines  Blattes  fortwährend  eine  nicht  geringe  Menge  Luft  aus.
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