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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Versuche  über  I.uftausscheiilung  lebender  Pflanzen.

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Beim  Einbringen  desselben  zeigte  sieb  die  atmosphärische  Luft
durchaus  nicht  an  die  Blätter  anhängend,  daher  dieselben  vom  Wasser
ganz  benetzt  waren.  Kurze  Zeit  darauf  war,  nachdem  die  Sonne  eingewirkt ­
  hatte,  die  Unterseite  der  Blätter  und  nur  diese  allein  von
Luftbläschen  bedeckt,  die  sich  allmählich  ablösten.  Später  bemerkte
man  dergleichen  Luftbläschen  eben  so  häufig  auch  an  der  Oberseite
der  Blätter.  Ungeachtet  während  des  Versuches  grösstentheils  trübes
Wasser  vorherrschend  war,  so  ging  doch  die  Luftentwickelung  an
allen  Pflanzentheilen  lebhaft  vor  sich,  und  es  batten  sich  von  4  Uhr
Nachmittags  (1.  April)  bis  8  Uhr  Morgens  (3.  April),  also  durch
40  Stunden  10  Cent.  Cub.  Luft  entwickelt.  Die  Analyse  derselben
zeigte  in  100  Vol.  Theilen  20,0  Oxygen  und  80,0  Azot.
Nach  Beendigung  des  Versuches  waren  die  Intercellulargänge
der  Blätter  meist  durch  Wasser  injicirt  und  zeigten  daher  dunkelgrüne ­
  Flecken.
XI.  Versuch.
Ein  Trieb  von  Phaseolus  vulgaris  mit  vier  Blättern,  die  einen
Flächenraum  von  2100  Q  Lin.  einnahmen,  wurde  auf  die  nämliche
Weise  unter  Brunnenwasser  gesetzt.  Beständig  von  der  Sonne  beschienen, ­
  batte  er  von  10  Uhr  Morgens  (18.  August)  bis  2  Uhr  Nachmittags, ­
  also  durch  4  Stunden  17,7  Cent.  Cub.  Luft  abgegeben.  Dieselbe
enthielt  in  100  Vol.  Theilen  Sl,4  Oxygen  und  48,6  Azot.
Am  27.  August  hatte  dieselbe  Pflanze  unter  den  gleichen  Umständen ­
  eine  Luft  ausgehauebt,  welche  in  100  Theilen  31,0  Oxygen
und  60,0  Azot  betrug.

XII.  Versuch.

Von  einer  auf  freiem  Grunde  cultivirten  und  eben  in  BItithe
stehenden  Kiirbispflanzc,  welche  den  ganzen  Vormittag  der  Sonne
ausgesetzt  war,  wurde  aus  den  hohlen  Blattstielen  um  12  Uhr  den
19.  August  die  Luft  unter  Wasser  ausgepresst  und  dieselbe  weiter
untersucht.  Sie  enthielt  in  100  Vol.  Theilen  22,4  Oxygen  und
77,6  Azot.

Dagegen  hatte  die  an  demselben  Tage  von  J1  —-3  Uhr  von
einem  Blatte  und  zwar  von  der  Unterseite  ausgeschiedene  Luft  in
10u  V°I.  Theilen  30,0  Oxygen  und  70,0  Azot  geliefert.  Am  folgendeu
  Lage  (20.  August),  während  welchem  es  stets  trübe  war  und
Sitzb.  d.  malhem.-nalurw.  CI.  X.  IM.  III.  Hfl.

SO
            
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