Versuche über Luftausscheidung lebender Pflanzen. 407
unter Wasser dennoch nur an der Unterseite von anhängender Luft
silberglänzend.
Bald entwickelten sich in der Sonne breite Luftblasen daraus,
welche sich nach und nach von den Blättern ablösten. Ehen so traten
auch an der Oberfläche der Blätter, am Stengel und selbst an den
Blüthenknospen kleine runde Luftbläschen dicht gedrängt hervor.
Von 9 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends (8. April) hatten sich
entwickelt: 8,38 Cent. Cub. von 7 Uhr Abends bis 9 Uhr Morgens
0,00 Cent. Cub. Die Luft war zusammengesetzt aus 33,8 Oxygen,
66,8 Azot.
VII. Versuch.
Von einem starken, klafterhohen Exemplare der Canarina
campanulata wurde ein Zweig mit 60 Blättern, von denen jedes
98 Q Lin. mass, abgebogen und unter der pneumatischen Wanne
in einen mit Wasser gefülltem Glascylinder gebracht. Die äussere
Luft hing, ungeachtet dieselbe so viel als möglich mit einem Pinsel
weggefegt wurde, der Art an der Unterseite der Blätter an, dass
dieselben dadurch silberglänzend erschienen. An der Oberseite der
Blätter fand dies hingegen im minderen Grade Statt.
Von 11 Uhr Morgens (8. April) bis 11 Uhr Abends
waren entwickelt 8,0 Cent. Cub.
Von 11 Uhr Abends bis 8 Uhr Nachmittags
(9. April) 8,4 „ „
Somit in 30 Stunden 13,4 Cent. Cub.
Diese Luft enthielt in 100 Vol. Theilen 32,7 Oxygen,
67,3 Azot.
VIII. Versuch.
Ein Zweig von Sempervivum molle mit ungefähr 70 Blättern,
von denen jedes einen Flächenraum von 18—20 Q Lin. hatte, wurde
auf gleiche Weise unverletzt in ein mit Brunnenwasser gefülltes
Glasgefäss umgebogen. Nach Einwirkung des directen Sonnenlichtes
sah man die Blätter sich bald mit unzähligen Luftbläschen bedecken
und zwar an der Unterseite mehr als an der Oberseite derselben.
Die sich lösenden Bläschen wurden gesammelt und gaben innerhalb
24 Stunden am 7. April 14 Cent. Cub. Luft. Die Analyse zeigte,
dass dieselbe in 100 Vol. Theilen aus 80,8 Oxygen und 49,2 Azot
bestand.