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Ung er.
Versuche über Luftausscheidung lebender Pflanzen.
Von dem w. M. l'rof. Fr. Fngcr.
Nachstehende Versuche sind nicht in der Absicht angestellt
worden, um unsere bisherigen Erfahrungen bezüglich der Luftausscheidung
lebender Pflanzen wesentlich zu bereichern. Sie waren
vielmehr von mir desshalb unternommen worden, um mich in einem
noch wenig gekannten Felde zu orientiren, indem ich die Hoffnung
hegte, von hieraus einige nicht unwichtige Fragen der Pflanzenphysiologie
durch zweckmässig eingeleitete weitere Versuche erläutern
zu können.
Indessen sind auch aus diesen vorläufigen Untersuchungen über
die Menge und die Beschaffenheit der von verschiedenen Pflanzen
unter verschiedenen Umständen ausgeschiedenen Gase einige nicht
unerhebliche Thatsachen zum Vorschein gekommen, deren Veröffentlichung
ich mir um so eher erlauben darf, als Untersuchungen
der Art jedenfalls zu den selteneren gehören und daher, wenn auch
nur der Bestätigung bereits bekannter Dinge wegen, immerhin erwünscht
bleiben.
In allen nachstehenden Versuchen wurde durchaus nicht mit
einzelnen abgerissenen Pflanzentheilen operirt, sondern stets mit
solchen, die in Verbindung mit dem Stamme, bei Landpflanzen selbst
in Verbindung mit der Wurzel blieben. Das angewendete Wasser
war Brunnenwasser und enthielt 5—6 pCt. freie Kohlensäure nebst
einigen Salzen.
Die Bestimmung des Oxygengehaltes der von den Pflanzen ausgescbiedenen
Luft wurde nach der Methode Chevreul’s mittelst
Gallussäure in concentrirter Kalilauge gelöst, vorgenommen. Wo die
Vermuthung des Vorhandenseins von Kohlensäure war, wurde die
Prüfung der Luft auch auf diese ausgedehnt.
Die Versuche betrafen fast ausschliesslich diejenigen Luftausscheidungen,
welche die Pflanzen unter Wasser gesetzt im Sonnenlichte
zeigen. Sowohl Wasserpflanzen als Landpflanzen, diese unter
passende Vorrichtungen gebracht, verhielten sich gleich.
Die näheren Umstände sind bei jedem einzelnen Versuche im
Detail angegeben, so wie die aus denselben hervorgehenden allgemeinen
Resultate am Schlüsse beigefügt sind.