348
Fitzinger. Versuch einer Geschichte
ebenfalls aus Eisenstäben bestehenden Ganges , mit dem eigentlichen
Alfen-Käfige in Verbindung steht und zur Sommerszeit den kleineren
und minder zarten Alfen-Arten zum Aufenthalte dient. Dieser Käfig
enthält in seiner Mitte einen kleinen Spring-Quell und um denselben
vier hohe Steigbäume, während die Kuppel mit Häng-Reifen und
Kletter-Stricken versehen ist.
Mit dem Regierungs-Antritte Seiner Majestät Kaisers Frau z
Joseph 1. begann für die Schönbrunner Menagerie eine
neue Zeit der ßlüthe; indem unter der obersten Aufsicht Seiner
Durchlaucht des Herrn Karl Fürsten zu Liechtenstein, welcher
seit Anfang des Jahres 1849 zum Oberst-IIofmeister Seiner Majestät
ernannt wurde und unter der besonderen Theilnahme, welche der
kaiserliche Hofrath und Vorstand dieses obersten Ilof-Amtes Herr
Philipp Ritter von Draexler dieser Anstalt schenkt, nicht
bloss für die zweckmässigste und zugleich zierlichste Herstellung und
Benützung der Räume in der Menagerie gesorgt, sondern auch höchst
bedeutende Ankäufe seltener Thiere, aus dem Allerhöchsten Privatcliatze
gemacht wurden; wie insbesondere jener im Jahre 1851
von Hartmann, mit einem Kostenaufwande von 11200 Gulden.
Anfangs des Jahres 1851 starb der Rechnungsführer der Menagerie
Franz Zeh körn und Alexander Schön trat an seine Stelle.
Ebenso wurde auch nach dem bald hierauf erfolgten Tode des Menagerie-Aufsehers
Zacharias Klein', Anton Hob erst orfer
sogleich provisorisch und gegen Ende desselben Jahres definitiv zu
dessen Nachfolger ernannt. Zu den Veränderungen, welche in die
neueste Zeit fallen, gehören die Errichtung zweier Schlangenhäuser
zur Aufbewahrung von Giftschlangen, welche vollkommene Sicherheit
gewähren; ferner die Herstellung einer Reihe von Ställen für Sumpfvögel
der wärmeren Zone, mit durchlaufendem Wasser, welche
längs der Scheidemauer zwischen der vierten Abtheilung des Zirkels
und dem Hühner-Hofe angebracht und so eingerichtet wurden, dass
die Ausläufe für den Sommer-Aufenthalt in den Hühner-Hof geleitet,
die Räume für den Winter-Aufenthalt aber,gegen die vierte Abtheilung
des Zirkels gerichtet und von da durch angebrachte Glaswände
für die Besucher der Menagerie sichtbar gemacht wurden. Der
Pavillon wurde während der Sommerszeit zur Ausstellung der Papageyen
benützt und es sind daselbst eigene Eisenbahnen angebracht
worden, auf denen die Käfige sammt den Tischen, auf welchen sie