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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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F  i  17,i  n  g'  e  r.  Versuch  einer  Geschichte

hohe  gezogene  Eisengitter  von  dem  eigentlichen  Girafen-Stalle  abgegrenzt ­
  wurde.  An  die  Hinterseite  des  Ganges  schliesst  sich  ein  zweiter,
für  Kühe  bestimmt  gewesener  Stall  an,  der  mit  dem  Girafen-Stalle
in  genauer  Verbindung  stellt.  Durch  ein  an  der  Decke  des  Gebäudes
angebrachtes  Fenster  erhalten  diese  für  die  Luftheizung  eingerichteten ­
  Ställe  Licht  und  Luft.  Seitwärts  wurden  eine  Futterkammer
und  die  Wohnung  für  den  Wärter  angebracht.
1834  wurde  der  Oberst-Hofinarschall  Herr  Rudolf  Fürst
zu  Coliored  o-Mannsfeld  zum  Oherst-Hofmeisters-Stellvertreter
und  bald  darauf  zum  wirklichen  Oberst-Hofmeister  des  Kaisers
ernannt  und  übernahm  als  solcher  die  oberste  Sorge  für  die  kaiserliche
Menagerie.  Erst  unter  ihm  und  nach  dem  Regierungs-Antritte  Seiner
Majestät  Kaisers  Ferdinand  1.,  welcher  Schönbrunn  zu  seinem
gewöhnlichen  Sommer-Aufenthalte  gewählt  hatte  ,  begann  sich  die
Menagerie  wieder  aufs  Neue  zu  heben;  indem  im  Jahre  1837  sehr
bedeutende  Ankäufe  aus  der  v  a  n  Ake  n'schen  Menagerie  gemacht
wurden.  Diese  Ankäufe  erforderten  wesentliche  Veränderungen,  insbesondere ­
  um  die  zugewachsenen  Raubthiere  gehörig  unterzubringen. ­
  Um  Raum  zu  gewinnen,  wurde  das  in  der  dreizehnten  Abtheilung
belindlich  gewesene  Bärenhaus  in  die  erste  Abtheilung  zu  dem  daselbst ­
  schon  bestandenen  übertragen  und  im  Hintergründe  dieser
beiden  Abtheilungen  wurden  an  der  Stelle  der  seither  hier  bestandenen ­
  Behältnisse  für  Raubthiere  zwei  neue,  grosse  Raubthierhäuser
hergestellt,  deren  jedes  aus  vier  geräumigen  Abtheilungen  bestellt.
Von  diesen  Raubthierhäusern,  welche  sowie  die  früheren,  sowohl
für  den  Sommer  als  Winter  eingerichtet  sind,  ist  das  in  der  ersten
Abtheilung  befindliche  und  zwar  in  den  für  den  Sommer-  wie  für  den
Winter-Aufenthalt  der  Tliiere  bestimmten  Räumen,  mit  Holzpfosten
aus  Brechbaumholz,  das  der  dreizehnten  Abtheilung  aber  in  den  Localitäten
  für  beide  Jahreszeiten,  mit  Asphaltpflaster  belegt  worden.
AuchiniEnten-Hofe  wurde  eine  Veränderung  vorgenommen,  indem  das
daselbst  befindliche  grosse  Bassin  durch  Hinwegschatl’ung  der  beiden
in  demselben  angebracht  gewesenen  Inseln  ganz  frei  gestellt  wurde.
Nach  dem  Tode  Bredemayer’s  1839,  erhielt  der  kaiserliche
Hofgärtner  Philipp  Welle  dessen  Stelle.  Unter  ihm  wurde  1840,
der  sehr  bedeutende  Ankauf  der  grossen  Polito’schen  Menagerie
für  eine  Summe  von  10000  Gulden  gemacht,  wodurch  die  Schönbrunner ­
  Menagerie  eine  höchst  namhafte  Bereicherung  erhielt.
            
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