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Fitzinger. Versuch einer Geschichte
Wirklich hat denn auch diese Anstalt kaum irgend einen Verlust
erlitten; denn ein Paar , von sechs hier vorhanden gewesenen
Lappländischen Pferden, ein junges, in Schönbrunn geworfenes
Riesen-Känguru, wovon damals zwei Paare alter Thiere vorhanden
waren und zwei Biber, war Alles was aus derselben für die Pariser
Menagerie ausgewählt wurde und durfte mehr wie ein Geschenk,
als wie eine Forderung betrachtet werden.
Als im Jahre 1807 sowohl die kaiserlichen Hofgärten, als die
Menagerie, welche bisher der Oberleitung des Hof-Bau-Amtes unterstanden
hatten, der unmittelbaren Leitung des Oberst-Hofmeister-Amtes
unter dem Herrn Oberst-Hofmeister Ferdinand Fürsten zu
Trauttma nnsdorff zugewiesen wurden, erhielt diese Anstalt
auch einen besonderen Rechnungsführer, in der Person des Franz
Zeh körn. Von den Veränderungen, welche damals in den Räumlichkeiten
der Menagerie vorgenommen wurden, ist nur eine einzige
zu bemerken. Im Entenhofe wurde nämlich die kleine , mit Trauerweiden
dicht besetzte Insel, welche sich in der Mitte des Bassin’s
befand und jede Übersicht benahm, durch zwei noch kleinere, mit
niederem Gesträuche bepflanzte Inseln ersetzt, welche gegen die
beiden Enden des Bassin’s angebracht wurden. Mancherlei zu jener
Zeit eingeführte Beschränkungen und insbesondere die feindliche Invasion
im Jahre 1809, hatten auch auf die kaiserliche Menagerie nachtheilig
eingewirkt; da während jener Periode fast gar keine Ankäufe
gemacht wurden. Man musste sich auf das Vorhandene beschränken,
das jedoch mit jedem Jahre mehr und mehr zusammen schmolz und
war daher genöthiget, die leer gewordenen Räume grösstentheils
mit inländischen Thieren auszufüllen. Wenige einzelne, in diese
Zeit gefallene bemerkenswerthere Zuwächse haben der Schönbrunner
Menagerie zwar wieder einigen Aufschwung gegeben;
doch war derselbe nur von kurzer Dauer, da die stattgehabten Verluste
nicht sobald wieder ersetzt wurden. Auch die än lebenden Thieren
so reichen Sendungen, welche von den kaiserlich-österreichischen
Naturforschern Johann Christian M i k a n, J o h a n n E m a n u e 1
Pohl, Johann Natterer und Heinrich Schott in den Jahren
1818,1819 und 1821 aus Brasilien gemacht wurden, verschafften
der Schönbrunner Menagerie nur sehr geringe Zuwächse ;
da seine Majestät Kaiser F r a n z dieselben grösstentheils für seine
Menagerie im Ho f-Bu rggarten zu Wien und seinem Privat-