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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

der  Menagerien  des  österreichisch-kaiserlichen  Hofes.

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thierhäuser  in  der  ersten  und  dreizehnten  Abtheilung  der  Menagerie,
welche  bloss  für  Wölfe  eingerichtet  waren,  wurden  daher  niedergerissen ­
  und  an  ihrer  Stelle  in  jeder  dieser  beiden  Abtheilungen  zwei
neue  erbaut,  welche  so  eingerichtet  waren,  dass  sowohl  für  den
Sommer-  als  Winter-Aufenthalt  der  darin  aufzunehmenden  Thiere
gesorgt  war.  Für  die  Wölfe  wurden  besondere  hölzerne,  mit  Eisengittern ­
  wohl  verschlossene  Käfige  angefertiget,  welche  an  den  Seiten
jener  Abtheilungen  angebracht  wurden.  Ebenso  wurden  in  den  Eingangs-Thoren ­
  zum  Hühner-  und  Enten-Hofe  ziemlich  grosse,  mit
Drathgittern  verschlossene  Öffnungen  angebracht,  um  den  Besuchern
der  Menagerie  auch  ohne  Eintritt  in  diese  Höfe  von  Aussen  wenigstens
irgend  eine  Einsicht  in  dieselben  zu  verschaffen.
Im  Juni  1799  diente  der  Pavillon  der  Menagerie,  in  welchem
Kaiser  Franz  II.  seit  1792,  am  15.  October  jährlich  bis  1804,
das  Andenken  an  seine  erhabene  Grossmutter  und  zugleich  auch  das
Namensfest  seiner  zweiten  Gemahlinn  der  Kaiserinn  Theresia  zu
feiern  pflegte,  auch  zur  Abhaltung  eines  Abschiedsfestes.  Maria
Theresia  Charlotte,  eine  Enkelinn  der  Kaiserinn  Maria
Theresia  und  Tochter  des  unglücklichen  Königs  Ludwig  XVI.
von  Frankreich,  hatte  diesen  Lieblingsplatz  ihrer  kaiserlichen
Grossältern  zur  Abhaltung  eines  Abschiedsmahles  gewählt,  welches
sie  vor  ihrer  Abreise  zur  Vermählung  mit  L  u  d  w  i  g  A  n  t  o  n  Herzog
von  Angouleme,  im  Kreise  ihrer  Verwandten  begehen  wollte.
Ein  Blumengehänge  aus  künstlichen  Blumen,  welches  sie  ihren  Angehörigen ­
  zur  Erinnerung  hier  zurückliess,  war  noch  durch  viele  Jahre
hindurch  an  der  gewölbten  Decke  des  Saales  zu  sehen.
Während  der  feindlichen  Invasion  im  Jahre  1805  durch  die
Franzosen  ist  die  kaiserliche  Menagerie  mit  der  grössten  Schonung
behandelt  worden.  Denn  als  Napoleon  am  12.  November  Sehönbrunn
  in  Besitz  nahm  ,  wo  er  sich  mit  dem  Marschalle  Bert  hi  er,
seinem  Generalstabe  und  dem  Staats-Secretariate  unter  Mar  et  vor
und  nach  der  Schlacht  bei  Austerlitz  aufhielt,  versprach  er  sogleich  hei
seiner  Ankunft  durch  den  Prinzen  Murat,  welcher  mit  einem  Theile
des  Generalstabes  die  Menagerie  kurz  nach  dem  Eintreffen  des  Kaisers
besuchte,  dem  Director  Boos  seinen  besonderen  Schutz  für  Alles.
Diese  Versicherung  wiederholte  er  auch  am  folgenden  Morgen,  als
er,  vom  Marschalle  Bes  si  er  es  begleitet,  dieselbe  persönlich  in
Augenschein  nahm.
            
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