der Menagerien des österreichisch-kaiserlichen Hofes.
343
thierhäuser in der ersten und dreizehnten Abtheilung der Menagerie,
welche bloss für Wölfe eingerichtet waren, wurden daher niedergerissen
und an ihrer Stelle in jeder dieser beiden Abtheilungen zwei
neue erbaut, welche so eingerichtet waren, dass sowohl für den
Sommer- als Winter-Aufenthalt der darin aufzunehmenden Thiere
gesorgt war. Für die Wölfe wurden besondere hölzerne, mit Eisengittern
wohl verschlossene Käfige angefertiget, welche an den Seiten
jener Abtheilungen angebracht wurden. Ebenso wurden in den Eingangs-Thoren
zum Hühner- und Enten-Hofe ziemlich grosse, mit
Drathgittern verschlossene Öffnungen angebracht, um den Besuchern
der Menagerie auch ohne Eintritt in diese Höfe von Aussen wenigstens
irgend eine Einsicht in dieselben zu verschaffen.
Im Juni 1799 diente der Pavillon der Menagerie, in welchem
Kaiser Franz II. seit 1792, am 15. October jährlich bis 1804,
das Andenken an seine erhabene Grossmutter und zugleich auch das
Namensfest seiner zweiten Gemahlinn der Kaiserinn Theresia zu
feiern pflegte, auch zur Abhaltung eines Abschiedsfestes. Maria
Theresia Charlotte, eine Enkelinn der Kaiserinn Maria
Theresia und Tochter des unglücklichen Königs Ludwig XVI.
von Frankreich, hatte diesen Lieblingsplatz ihrer kaiserlichen
Grossältern zur Abhaltung eines Abschiedsmahles gewählt, welches
sie vor ihrer Abreise zur Vermählung mit L u d w i g A n t o n Herzog
von Angouleme, im Kreise ihrer Verwandten begehen wollte.
Ein Blumengehänge aus künstlichen Blumen, welches sie ihren Angehörigen
zur Erinnerung hier zurückliess, war noch durch viele Jahre
hindurch an der gewölbten Decke des Saales zu sehen.
Während der feindlichen Invasion im Jahre 1805 durch die
Franzosen ist die kaiserliche Menagerie mit der grössten Schonung
behandelt worden. Denn als Napoleon am 12. November Sehönbrunn
in Besitz nahm , wo er sich mit dem Marschalle Bert hi er,
seinem Generalstabe und dem Staats-Secretariate unter Mar et vor
und nach der Schlacht bei Austerlitz aufhielt, versprach er sogleich hei
seiner Ankunft durch den Prinzen Murat, welcher mit einem Theile
des Generalstabes die Menagerie kurz nach dem Eintreffen des Kaisers
besuchte, dem Director Boos seinen besonderen Schutz für Alles.
Diese Versicherung wiederholte er auch am folgenden Morgen, als
er, vom Marschalle Bes si er es begleitet, dieselbe persönlich in
Augenschein nahm.