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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

der  Menagerien  des  österreichisch-kaiserlichen  Hofes.  335
ein  grosses  eisernes  Gitterthor  abgeschlossen  ist,  dessen  Pfeiler  mit
zierlich  in  Stein  gehauenen  Thiergruppen  geschmückt  sind.
Ein  ähnlicher  Gang,  welcher  die  Menagerie  mit  dem  botanischen
Garten  verbinden  sollte,  ist  unweit  von  diesem,  gegen  die  rechte  Seite
zu  angebracht  worden.  Zwischen  beiden  führt  ein  dritter  Baumgang
in  den  Hof-Lustgarten,  die  Aussicht  nach  Penzing  gewährend.  Rings
um  diesen  Zirkel  sind  die  Behältnisse  für  die  Thiere  angebracht.  Sie
bestehen  aus  13  Logen  oder  Abtheilungen,  welche  durch  hohe
Scheidemauern  von  einander  geschieden  sind  und  deren  jede  nach
Vorne  durch  ein  grosses  eisernes  Gitterthor  abgeschlossen  ist,  durch
welches  man  bequem  in  den  inneren  Raum  derselben  sehen  kann;
während  die  Pfeiler  derselben  zierliche,  in  Stein  gehauene  Vasen
tragen.  Jede  dieser  Abtheilungen,  welche  durch  besondere  Zugänge
mit  einander  in  Verbindung  stehen,  die  gegen  den  Hintergrund  an  den
Seiten  der  Scheidemauern  angebracht  wurden,  enthielt  in  ihrer
Mitte  auf  einem  Rasenplatze  ein  Bassin  mit  einem  kleinen  Springbrunnen, ­
  längs  der  beiden  Scheidemauern  einige  höhere  Bäume  und
im  Hintergründe  das  Behältniss  für  die  in  dieselben  aufzunehmenden
Thiere.  Alle  diese  aus  Mauerwerk  aufgeführten  Behältnisse  waren  in
der  Form  kleiner  Wohngebäude  hergestellt  und  mit  Thüren  und
Fenstern  versehen  worden  und  bestanden,  mit  einziger  Ausnahme  des
in  der  vierten  Abtheilung  rechts  vom  Eingänge  angebrachten  Gebäudes, ­
  nur  aus  einem  Erdgeschosse,  während  hier  ein  Haus  mit  einem
Stockwerke  angebracht  war,  das  zur  Wohnung  für  den  Menagerie-Aufseher
  und  einen  Diener  bestimmt  war.  Im  Obergeschosse  dieses
Gebäudes,  das  vorzugsweise  zur  Aufnahme  von  Vögeln  bestimmt  war,
fanden  sich  in  den  verschiedenen  Abtheilungen  die  bis  an  die  Decke
reichenden  Käfige  der  befiederten  Inwohner.
Längs  der  Seitenmauer  dieser  Abtheilung  wurden  beiderseits
mehrere  ziemlich  grosse,  mit  Drathgittern  versehene  Behältnisse  angebracht, ­
  welche  zur  Aufbewahrung  von  Raubvögeln  dienen  sollten.
Von  eben  dieser  vierten  Abtheilung  gelangte  man  rechts  in  den  Hiihnerhof;
  einen  geräumigen,  mit  freistehenden  Baumgruppen  gezierten
Rasenplatz,  der  in  seiner  Mitte  von  steinernen  Wasser-Rinnen  durchzogen ­
  und  ringsum  mit  gezimmerten  Häuschen,  für  das  daselbst  zu
haltende  Geflügel  umgehen  war.  Links  führte  der  Weg  zum  Entenhofe; ­
  einem  ebenso  grossen  und  an  seinen  Seiten  mit  Gesträuchen  und
Bäumen  besetzten  Platz,  der  in  seiner  Mitte  ein  sehr  grosses,  ovales
            
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