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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Fitz  in  ge  r.  Versuch  einer  Geschichte

Die  Menagerie  im  kaiserlichen  Lustschlosse  Belvedere.
Die  dritte  Menagerie,  welche  der  österreichisch-kaiserliche  Hof
der  Zeitfolge  nach  besass,  war  die  Menagerie  im  Belvedere.
Die  erste  Anlage  hierzu  machte  Prinz  Eugen  von  Savoyen
im  Jahre  1716,  indem  er  einen  kleinen,  an  der  Ostseite  des  oberen
Belvederes  gelegenen  Theil  seines  Gartens  zur  Errichtung  derselben ­
  bestimmte,  die  Ausführung  nach  dem  Plane  des  kaiserlichen
Hof-Architekten  Johann  Lucas  Ritter  von  Hildebrand  vornehmen ­
  liess  und  nach  erfolgter  Herstellung,  eine  grosse  Anzahl
fremder  Tliiere  aus  den  verschiedensten  Weltgegenden,  für  seine  neu
gegründete  Privat-Menagerie  um  bedeutende  Summen  an  sich  kaufte.
Sie  lag  neben  dem  schönen  Küchengarten  links  vom  Palaste  und  war
durch  ein  grosses  eisernes  Gitterthor  vom  Lustgarten  und  durch  ein
ähnliches  von  dem  weiten  freien  Platze  abgeschlossen,  welcher  sich
an  der  Rückseite  des  Palastes  betindet  und  den  grossen  Teich  enthält.
Eine  Rotunde,  um  welche  die  Thierbehältnisse  in  einem  Halbkreise ­
  angebracht  waren,  enthielt  in  ihrer  Mitte  ein  ziemlich  grosses
Bassin  mit  einem  Springbrunnen.  An  der  einen  Seite  dieser  Rotunde,
rechts  vom  Eingänge  aus  dem  Lustgarten  in  die  Menagerie  und  links
vom  Ausgange  derselben  auf  den  freien  Platz  an  der  Rückseite  des
Palastes,  befand  sich  ein  kleines  Gebäude  mit  einem  Stockwerke,
welches  zur  Aufbewahrung  der  Papageyen,  einiger  kleineren  Vögel
und  zarteren  Säugethiere  diente  und  auch  die  Wohnung  für  den
Thierwärter  enthielt.  Die  in  einem  Halbkreise  um  die  Rotunde  angebrachten ­
  Behältnisse  für  die  grösseren  Thiere,  waren  durch  nicht  sehr
hohe  Scheidemauern  von  einander  getrennt  und  nach  vorne  durch
grosse  eiserne,  sehr  zierlich  gearbeitete  Gitterthore  abgeschlossen,
deren  Pfeiler  mit  in  Stein  gehauenen  Büsten  geziert  waren.  Sie  bildeten ­
  sieben  Abtbeilungen,  deren  jede  aus  einem  grossen  Rasenplatze
bestand,  welcher  zu  beiden  Seiten  von  einer  Reihe  hoher  Bäume  begrenzt ­
  war,  in  der  Mitte  ein  Bassin  und  im  Hintergründe  den  aus
Mauerwerk  aufgeführten  Stall  für  die  einzelnen  Thiere  enthielt;  von
denen  sich  die  friedlichen  während  des  Tages  in  den  freien  Bäumen
ihrer  Behältnisse  ergehen  konnten,  während  für  die  reissenden  Thiere
eigene,  durch  Eisengitter  wohl  verwahrte  Behältnisse  in  einer  dieser
grösseren  Abtheilungen  bestimmt  waren.  Durch  die  mittlere  dieser
sieben  Abtheilungen  führte  der  Weg  zu  dem  chinesischen  Lusthäus-
            
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