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Pitzinger. Versuch einer Geschichte
Ungeachtet dieser reichen Mittel, welche mir bei meiner Arbeit
zu Gebote standen, wäre dieselbe aber dennoch bezüglich der
ältesten Perioden höchst mangelhaft geblieben, hätte nicht ein ebenso
glücklicher Zufall mir Daten in die Hände geführt, welche mich
allein nur in den Stand setzen konnten, die sonst unausfüllbar gewesenen
Lücken möglichst zu ergänzen. Mein unvergesslicher Lehrer
Joseph Freiherr von Jacquin, welcher schon in seiner
Jugend die Menagerien zu Schönbrunn undNeugebäu sorgfältig
beobachtete und viele, mir höchst wichtig gewordene Daten
aufgezeichnet hatte, theilte mir nicht nur dieselben freundlichst mit,
sondern gestattete mir auch die von seinem Vater Nicolaus von
Ja c quin hinterlassenen Papiere zu benützen. Aus diesen gewann
ich nebst einer vollständigen Übersicht seiner im Jahre 1739 nach
Schönbrunn überbrachten Ausbeute an lebenden Thieren aus
West-Indien, auch zahlreiche Notizen über die Schönbrunner
Menagerie aus der frühesten Zeit ihres Bestandes und über die
alten Menagerien im Belvedere und zu Neugebäu. Manche
derselben und insbesondere jene, welche die Menagerie im Belvedere
betreffen, sollen, wie mich Joseph von Jacquin versicherte,
vom Botaniker Kramer und selbst noch von Mitterdorf
fer stammen. Ohne sie wäre mein Streben, eine auch nur
einigermassen vollständige Arbeit zu liefern, fruchtlos geblieben.
Zahlreiche Ergänzungen endlich, aus der neueren und neuesten
Zeit der Schönbrunner Menagerie, verdanke ich der gütigen
Mittheilung des dermaligen k. k. Hofgarten und Menagerie-Directors
Herrn Heinrich Schott, welcher mein Unternehmen auf das
Freundlichste unterstützte und wofür ich ihm meinen Dank öffentlich
auszusprechen mich verpflichtet fühle.
Aus dieser Schilderung der Verhältnisse, welche umfassende
Rechenschaft über alle Quellen gibt, aus denen ich zu schöpfen vermochte,
dürfte sich wohl die Überzeugung heraussteilen, dass nicht
leicht irgend jemand Anderer in der Lage gewesen wäre, eine
ähnliche Arbeit zu versuchen und dies war auch der Grund, aus
welchem ich mich verpflichtet fühlte einen solchen Versuch zu wagen.
So unvollkommen meine Arbeit auch erscheinen und so viel sie
noch zu wünschen übrig lassen mag, so ist sie bis jetzt dennoch die
einzige, welche irgend ein Staat über eine solche Anstalt in dieser
Ausdehnung aufzuweisen hat und ich hoffe daher mit um so grösserer