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Fitzinger. Versuch einer Geschichte
Versuch einer Geschichte der Menagerien des österreichisch
- kaiserlichen Hofes.
Von dem w. M. Dr. L J. Fitzinger.
Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, eine Geschichte der Menagerien
des österreichisch-kaiserlichen Hofes zu bearbeiten. Nur die
Reichhaltigkeit des Materials, welches mir hierbei zu Gebote stand,
liess es mich wagen, die Lösung einer so schwierigen Aufgabe zu
versuchen. Noch schwieriger ist mein Unternehmen aber dadurch
geworden, dass ich es mir zur ferneren Aufgabe gestellt habe, alle in
diesenMenagerien, von der ältesten bis zur neuesten Zeit, gehaltenen
Tliiere namentlich anzuführen, hei jedem wenigstens die Jahre anzugeben,
in welchen sie daselbst gehalten wurden und wo es möglich
war, eine genaue Bezeichnung des Jahres ihrer Erwerbung, die Namen
der Personen von denen sie erhalten wurden und die Dauer
ihres Lebens.
Wenn man den Umstand ins Auge fasst, dass ich es hier nicht
bloss mit der Menagerie zu Schönbrunn zu thun hatte, welche im
verflossenen Jahre zwar ebenfalls schon ihren hundertjährigen Bestand
feiern konnte, oder mit ihren erst in neuerer Zeit entstandenen
Filialen im k. k. Hof-Naturalien-Cabinete, dem k. k. Hof-Burggarten
und dem ehemaligen Privatgarten Seiner Majestät
des Kaisers am Rennwege zu Wien, so wie im Garten
zu Lachse nburg, sondern mit der noch weit älteren Menagerie
im Belvedere und vollends jener zu Neugeb ä u und Ebers dorf,
dass daher der Zeitraum, welchen meine Arbeit zu umfassen hat, bis
auf 300 Jahre zurückreicht, so darf ich mich wohl getrost der Hoffnung
hingeben, dass man die Unvollkommenheit meiner Arbeit mit
Nachsicht beurtheilen und meinem Streben, derselben die möglichste
Vollständigkeit zu geben, eine gerechte Anerkennung nicht versagen
werde.
Das gedruckte Material, welches mir zur Benützung vorlag, habe
ich am Schlüsse dieser Zeilen, welche meiner Arbeit voranzugehen
bestimmt sind, in einer besonderen Übersicht zusammengestellt, welche
die gesammte Literatur über diesen Gegenstand enthält. So gross
dieses Material auch auf den ersten Blick zu sein scheint, so wenig