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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Mineralogische  Notizen.

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nur  nebenbei  erwähnt  werden,  trägt  nichts  dazu  bei,  sie  als  Species
vergessen  zu  machen,  wenn  sie  in  der  That  nur  zweifelhafte  Species
sind.  Die  wenigen  davon  bekannten  Eigenschaften  werden  in  den
Lehrbüchern  mitgetheilt  und  man  weiss  dann  selten  darüber  zu  entscheiden. ­
  Die  Mittheilungen  über  dergleichen  Species  aus  eigener  Anschauung ­
  entnommen,  würden,  wenn  auch  nicht  ausreichend  doch  von
verschiedener  Seite  darüber  dargebracht  dazu  beitragen,  die  specifischen
  Eigenschaften  kennen  zu  lernen,  und  aus  diesem  Grunde  benütze
ich  die  Gelegenheit,  die  Ergebnisse  der  an  beiden  Exemplaren  angestellten
  Untersuchungen  mitzutheilen,  die  freilich  nicht  erschöpfend  sind,
weil  das  Object  und  dessen  Erhaltung  dabei  zu  berücksichtigen  war.
Der  eine  in  einem  mandelsteinartigen  grauen  Gestein  eingewachsen, ­
  ist  amorph,  muschlig  und  splittrig  im  Bruche,  isabellgelb
ins  Bräunliche  übergebend,  wenig  wachsartig  glänzend  bis  matt,  an
den  Kanten  durchscheinend  bis  undurchsichtig  ,  im  Striche  wenig
glänzend,  mit  gelblich  weissem  Strichpulver,  wenig  fettig  anzufühlen, ­
  massig  stark  an  der  feuchten  Lippe  hängend  und  von  Gypshärte
oder  etwas  darüber,  dabei  leicht  zerbrechlich  und  etwas  milde.
Im  Glasrohre  erhitzt,  wird  er  anfangs  schwarz,  gibt  reichlich
Wasser  und  brennt  sieb  allmählich  wieder  grau.  Vor  dem  Löthrohre
in  der  Platinzange  wird  er  weiss  und  schmilzt  unter  Aufblähen  und
mit  starkem  Leuchten  ziemlich  leicht  zu  einem  weissen  blasigen
Glase,  mit  Borax  leicht  und  vollständig  sich  lösend,  und  mit  schwacher ­
  Eisenreaetion  zu  einem  durchsichtigen  blasenfreien'’  Glase,  mit
Phosphorsalz  desgleichen,  wobei  aber  das  Glas  bei  der  Abkühlung
weiss  und  trübe  wird;  mit  Soda  verschmilzt  er  nur  theilweise  und
hinterlässt  einen  weissen  ungelösten  Theil.  Das  im  Glasrohre  geglühte
Material  mit  Kobaltsolution  befeuchtet  und  auf  Kohle  geglüht,  wird
aussen  schwarz  und  zeigt,  bevor  es  ganz  geschmolzen  ist,  im  Innern
eine  graulichblaue  Farbe.
Ina  Wasser  zerfallen  grössere  Stückchen  unter  schwachem  Knisten
  in  kleine,  sich  mit  Luftbläschen  bedeckend,  ohne  im  Aussehen
verändert  zu  werden,  In  Salzsäure  löslich,  die  Kieselsäure  als  Pulver
ausscheidend.
Wesentliche  Bestandteile  sind  Kieselsäure,  Thonerde,  wenig
Kalkerde  und  Wasser;  das  Eisen,  dessen  Menge  eine  sehr  geringe
ist,  kann  in  Verbindung  mit  Sauerstoff  als  Oxyd  und  Oxydul  darin  vorhanden ­
  sein.
            
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