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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

280  Kner.  Über  ilie  Hypostomiden.
am  hintern  Augenrande  fehlt  allen  Hyjjostomiden  und  ebenso  das  seitliche ­
  Loch  über  den  Brustflossen  (porus  lateralis).  Ferners  befindet
sich  die  Analgrube  hier  stets  weit  nach  rückwärts  und  die  bei  Loricarien
  gut  ausgebildete  Afterllosse  ist  auffallend  kurz.  Die  Schwanzflosse ­
  ist  bei  beiden  Gruppen  häufig  ungleichlappig,  bei  Loricarien
aber  meist  der  obere,  bei  Hypostomiden  hingegen  der  untere  Lappen
verlängert.  Die  Totalform  des  Körpers  ist  meist  kürzer,  gedrungener,
die  Höhe  im  Verhältnisse  zur  Breite  und  Länge  daher  bedeutender,
doch  kommen  auch  gestreckte  Formen  vor,  die  sich  denen  der
Loricarien  zunächst  anschliessen.  Das  Ende  des  Schwanzes  ist  aber
durchwegs  höher  als  breit,  und  die  Schilder  nehmen  daselbst  meist
Form  und  Lagerung  von  Schuppen  an.
Was  übrigens  die  Beschilderung  des  Körpers  dieser  Fische
anbelangt,  so  finden  hier  bemerkenswerthe  Übergänge  statt.  Während
sie  nämlich  bei  Einigen  eine  vollständige  ist,  indem  auch  die  ganze
Unterseite  von  rauhen  Schildchen  bedeckt  wird,  bleibt  letztere  bei
vielen  andern  nackt,  und  bei  einer  dritten  Gruppe  ist  dies  seihst  mit
einem  Theile  des  Oberkopfes  der  Fall.  Diese  allmählich  abnehmende
Beschilderung  (die  nebenbei  gesagt,  theils  auch  als  Geschlechtsunterschied ­
  auftritt)  erreicht  endlich  ihren  Höhenpunkt  bei  einer  Gattung,
die  ich  hier  eigens  zu  besprechen  fürnöthig  halte.  Es  ist  die  aus  dem
nördlichen  Ganges  stammende  Gattung  und  Art  Sisor  rhabdoyhorus,
von  Hamilton  (Buclianan)  beschrieben  und  in  John  Ed.  Gray’s
Indian  Zoology  I.  Vol.  Pisces  tab.  1,  fig.  1  und  1  u  abgebildet.
Obwohl  daselbst  alle  Angaben  über  den  innern  Bau  dieses  Fisches
fehlen  und  die  Abbildung  durchaus  nicht  genau  genannt  werden  kann,
so  dürfte  doch  der  Totalhabitus,  der  gleich  beim  ersten  Anblick  an
Panzerfische  erinnert,  schwerlich  täuschen  und  seine  Einreihung  in
diese  Familie  allerdings  die  richtige  sein.  Dies  geschah  denn  bereits
von  Hamilton  selbst,  und  auch  Valenciennes  anerkennt  die
Verwandtschaft  desselben  mit  Hypostomiden  ,  obwohl  er  trotzdem
diese  Gattung  nicht  zugleich  mit  letzteren  abhandelt,  sondern  in
Einem  Capitel  mit  Chaca  (Platystacus),  der  sich  doch  in  jeder
Beziehung  und  schon  allein  durch  seinen  endständigen  Mund  als
echten  Siluroid  zu  erkennen  gibt.  Van  der  Hoeven  dagegen,
der  in  seiner  vortrefflichen  Zoologie  die  unterständige  Lage  des
Mundes  der  Panzerfische  mit  Beeilt  hervorhebt,  reiht  dieses  Genus,
wenn  gleich  als  fraglich,  ebenfalls  der  genannten  Familie  an.
            
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