Beiträge zur Naturgeschichte der Insecten.
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Füg. i. Unterlippe uncl Kinn.
„ 5. Unterkiefer.
„ 6 a) Puppe von der Bauchseite.
„ 6 b) Puppe von der Rückenseite.
„ 7. Eine Klaue der Hinterfüsse.
„ 8. Ein Hinterfuss von unten.
„ 9. Ein Ei.
„ 10. F.in Blatt mit einer bedeckten Raupe.
Naturgeschichte der Gracilaria syringella Fab.
liebensg'csoliiclitc.
Von dieser, seit einigen Jahren in der Umgebung Wiens fast
in allen Gärten sehr nachtheilig überhand nehmenden Schabenart,
ist bisher die Lebensgeschichte noch unbekannt geblieben.
Sie leben gesellschaftlich als Räupehen, nicht nur auf Syringa
Persica, sondern auch auf Fraxinus cxcelsior, Evonynms Europaeus,
Ligustrum vulgare und noch einigen anderen Straucharten,
indem sie das Laub auf eigenthiimliche Weise benagen und zusammenrollen.
Die Eier werden nämlich von dem befruchteten Weibchen
im April oder Mai gewöhnlich zu zehn bis zwanzig zusammen an die
Laubspitzen des Abends gelegt, nach zehn bis vierzehn Tagen brechen
die Räupehen aus, und heissen sich durch die Oberhaut des
Rlattes in die innere Masse ein, nähren sich da gemeinschaftlich bis
zur ersten Häutung, nach dieser gehen sie des Nachts heraus, und
bewirken durch das Aufträgen von Fäden, dass sich die ausgefressene
Spitze aufziehet und nach und nach aufrollet; auf diese eigenthümliche
Weise verfahren sie jede Nacht, kriechen stets nach
vollbrachter Arbeit von der Seite wieder in die Rolle, und verzehren
da die Oberhaut und das Blattmark von dem neu umgerollten Tlieile
des Blattes.
Dadurch verursachen sie nicht nur in Ziergärten einen besonderen
Übelstand, da die Blätter durch Zusammenrollen und Benagen
verunstaltet und braun werden, sondern auch bedeutenden Schaden,
da sie bei günstigen Witterungs-Verhältnissen sich bei der zweiten
Brut gegen Ende Juni oder Anfangs Juli oft in unglaublicher Menge
vermehren, und seit einigen Jahren in der Umgegend Wiens die
Ziergärten auf eine hässliche Weise verunstalten.
Sitzb. d. mathem.-naturw. CI. X. Bd. I. Hft.
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