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Grailich. Bestimmung der Zwillinge
finden, bedarf es dann nur eines einzigen Schliffes; da aber n iu
allen Fällen gleich Null oder Eins wird, so kommt es auf eine sehr
grosse Genauigkeit nicht an, wenigstens gewiss auf keine grössere
als jeder Mineraloge mit einem Schleifsteine, einem Polarisations-Instrumente
und einem kleinen Aufwande von Geduld mit aller Leichtigkeit
erlangen kann.
Jedoch in den bei weitem häufigeren Fällen vereinfacht sich
die Untersuchung noch mehr. Die meisten orthotypen Krystalle setzen
sich in einer Fläche zusammen, welche parallel liegt einer der
Hauptaxe, und entweder in der Axenkante, oder senkrecht auf dieser
oder senkrecht auf einer der Diagonalen zu stehen kommt. In allen
diesen Fällen ist sowosl <p als auch p gleich Null, und die Bilder
beider Individuen treten zugleich ins Gesichtsfeld; die Zusammensetzungsfläche
wird
Ax -f- y — 0
wo A = — tg.|, wenn ö den Winkel bezeichnet, den die Mittellinien
der beiden Ringsysteme unter einander einschliessen und der
leicht zu messen ist. Die Zwillingsgesetze, welche diesen Erscheinungen
entsprechen, sind ausgedrückt in den Formeln
P (P -f- oo)»
P ( Pr -|- 00)«
wo n wieder sehr einfache, aus den ersten Gliedern der natürlichen
Reihe der Zahlen entnommene Grössen bezeichnet.
S. Eine Bemerkung über das Weissblcierz muss ich hier folgen
lassen. Dass dasselbe seinem krystallographyschen Habitus nach mit
dem Salpeter, Arragon, Schwerspath, Witherit und Strontianit in
eine Gruppe gehört, ist längst bemerkt und ausgesprochen worden.
Bei all’ den erwähnten Körpern findet sich ein gerades Prisma von
beiläufig 117° und die Axe der Zwillingsbildung liegt in dem optischen
Querschnitte, wesshalb die Ringsysteme beider Individuen zugleich
sichtbar werden. Die optische Mittellinie, welche bei allen in
die Axe der grössten Elasticität fällt, stimmthei allen, ausser dem diprismatischen
Blei-Baryte, mit der aufrechten Hauptaxe der Grundgestalt
überein. Es ist nicht einzusehen, wie gerade hier die kürzeste Axe aufrecht
gestellt wurde Q. Wählt man dielängste, so kommen die Krystalle
1 ) Molis, Lehrbuch der Mineralogie. 2 Th.