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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

203

in  pri

ismatischen  Krystallen  mit  Hilfe  des  polarisirten  Lichtes.

gegen  Pr,  also  etwa  in  der  Fläche  eines  Orthotyps  unähnlichen
Querschnittes  mit  einem  sehr  grossen  Ableitungs-Coefficienten  zu
liegen  kam.  Die  grösste  Abweichung  von  dem  wahren  Resultate  betrug ­
  noch  nicht  3°  für  die  Neigung  der  Zwillingsfläche  gegen  den
Querschnitt.  Nachdem  nun  aber  in  der  Natur  immer  nur  die  einfachen ­
  Fälle  Vorkommen,  und  die  Zwillingsflächen  entweder  senkrecht ­
  auf  dem  Querschnitte  stehen,  oder  in  einer  Kante  des  Orthotyps ­
  liegen,  so  sieht  man,  dass  seihst  ein  grösserer  Fehler  noch
immer  nicht  irre  führen  könnte.
Für  <p  =  0  hat  man
COS.  (p  -f  1

b  =  0
und  die  Zwillingsfläche  entspricht  dem  Gesetze
P  (Pr  +  n)
wo  n  fast  in  allen  Fällen  =  0  ist.
Für  =  0  wird  dagegen
a  =  0
cos.  <p  +  1

undö  =

sin.  <p

und  die  Zwillingsfläche  liegt  in  der  spitzen  Axenkante,  und  wird
durch  die  Formel
V  (Pr  +  n)
bezeichnet;  ein  Fall,  der  weit  häufiger  vorkömmt,  z.  B.  am  Strahlkies ­
  (prismatisches  Eisenerz,  Mobs),  Stralzeolith,Chrysoberyll;  an  den
beiden  erstgenannten  kommen  aber  auch  Zwillinge  nach  dem  ersten
Gesetze  vor;  zuweilen  setzen  sich  Zwillinge  nach  dem  einen  Gesetze
gebildet,  in  einer  gemeinschaftlichen  Fläche  nach  dem  andern  zusammen. ­
  Findet  sich  ein  durchsichtiges  Mineral,  das  nach  einem  der
beiden  Gesetze  gebildet  ist,  so  ist  es  leicht  auf  den  ersten  Blick
die  Richtung  zu  erkennen,  nach  welcher  er  angeschliffen  werden
muss,  um  die  Ringsysteme  des  zweiten  Individuums  aufzufinden;
man  braucht  nämlich  nur  darauf  zu  achten,  ob  die  Ringsysteme  in
dem  einen  parallel  oder  senkrecht  zur  Trace  der  Zwillingsebene
liegen,  um  sogleich  und  mit  völliger  Gewissheit  auszusprechen,  dass
die  Zusammensetzungsfläche  parallel  der  kleinen  oder  grossen  Diagonale ­
  liege.  Um  den  Axencoefficienten  oder  bei  der  Mohsischen
Bezeichnungsweise  den  Reihenindex  für  die  also  erkannte  Fläche  zu
            
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