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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Gi*  ai  lieh.  Bestimmung;  der  Zwillinge

bei  diesen  Versuchen  erwarten  darf,  geschahen  alle  nach  dem  ersten
Verfahren.
4.  Die  entwickelten  Formeln  können  unter  der  Voraussetzung,
dass  die  Richtung  der  Hauptaxen  der  Lichtwelle  mit  jener  der  geometrischen ­
  Grundgestalt  des  Krystalles  zusammenfällt,  unmittelbar
angenommen  werden.  In  der  Regel  findet  aber  diese  Übereinstimmung ­
  nicht  Statt;  obsclion  es  mehr  eine  Sache  der  Convenienz  als
der  Nothwendigkeit  ist.  Im  orthotypen  Systeme  ist  eigentlich  nicht
einzusehen,  warum  bei  der  Auswahl  der  Grundgestalt  auf  die  Lage
der  optischen  Constanten  keine  Rücksicht  genommen  wird,  da  man
dieselbe  noch  unter  rechtwinkeligen  Axen  zu  betrachten  gewohnt  ist;
es  brauchte  weiter  nichts  als  dass  die  normale  Aufstellung  des  Grundorthotyps
  so  gewählt  wurde,  dass  zugleich  die  Axe  der  grössten  Elasticität
  die  Hauptaxe  des  Krystalles  darstellte.  Es  würden  sich  dadurch ­
  mannigfache  Vereinfachungen  ergeben;  es  wurde  für  die  Vergleichung ­
  des  Zusammenhanges  der  geometrischen  und  physikalischen
Verhältnisse  in  verschiedenen  Körpern  eine  leichtere  Übersicht  gewonnen; ­
  es  wäre  endlich  wieder  ein  Element  der  Willkür  aus  dem
Systeme  der  Wissenschaften  ausgeschieden.
Schwieriger  freilich  wäre  die  Rezeichnung  der  Grundgestalt
auf  ein  durch  die  Richtung  der  Elasticitätsaxen  gebotenes  Coordinatensystem
  in  schiefprismatischen  Körpern.  Erstlich  müsste  dann  vor
Allem  ausgemacht  werden,  ob  dasselbe  ein  recht-  oder  schiefwinkeliges ­
  sei.  Angström  hat  in  einem  Memoire 1 )  über  die  geradlinige
Polarisation  und  doppelte  Strahlenbrechung  diese  Erscheinungen
unter  der  Annahme  schiefer  Conjugat-Axen  betrachtet,  und  die  Versuche ­
 3 ),  welche  er  am  Gyps  gemacht,  scheinen  die  daraus  resultirenden
  Folgesätze,  dass  in  solchen  Körpern  die  Elasticitätsaxen  für
verschiedene  Farben  und  Temperaturen  wechseln  müssen,  vollkommen ­
  zu  bestätigen.  Ich  habe  mich  daher  auf  das  orthotype  System
beschränkt.
Die  Versuche,  die  ich  anstellte  geschahen  mit  selbsterzeugten
Arragonzwillingen;  ich  betrachtete  zuerst  einen  Zwilling,  der  der
-  u  .
Formel  1 J  (Pr-\-ri)  entsprach,  dann  einen  dessen  Formel  P(Pr-\-n)
war,  und  endlich  einen  dritten,  wo  die  Zwillingsfläche  etwas  geneigt

D  Acta  regiae  societatis  Upsalensis  1849.
2 )  Poggendorf  f’s  Annalen  86,  206  ff.
            
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