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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

in  prismatischen  Krystallen  mit  Hilfe  lies  polavisirten  Lichtes.  190
Oberflächen  angeschliffen,  bis  er  endlich  in  den  Apparat  gebracht,
dieselben  Erscheinungen  in  derselben  Lage  wie  das  erste  Individuum ­
  zeigt.
Das  ganze  Verfahren,  das  hier  mit  möglichster  Detaillirung  dargestellt ­
  worden,  ist  in  der  Ausführung  höchst  einfach,  besonders  da
unter  hundert  Fällen  kaum  ein  einziger  vorkömmt,  wo  ein  zweiter
Schliff  senkrecht  zur  Kante  des  ersten  nothwendig  wird,  wie  ich  dies
unten  bei  der  Anwendung  auf  das  orthotype  System  zeigen  werde.
Schwieriger  dagegen  und  in  der  Ausführung  eine  weit  grössere  Genauigkeit ­
  erfordernd  sind  jene  Fälle,  wo  man  einen  minder  durchsichtigen ­
  und  daher  in  dünnere  Platten  zu  schneidenden  Körper  vor
sich  hat.  Kann  man  an  einem  solchen  die  Trace  der  Zwillingsfläche
nicht  scharf  markiren  (für  welchen  Fall  sogleich  ein  ganz  einfaches
Verfahren  angegeben  werden  wird),  so  muss  man  denselben  in  zwei
Theile  schneiden,  deren  jeder  möglichst  viel  von  dem  einen  Individuo
  enthalte,  die  eine  Partie  anschleifen  bis  sie  die  Ringe  in  der  erforderlichen ­
  Lage  zeigt,  dieselbe  hierauf  an  die  zweite  Hälfte  parallel ­
  zu  ihrer  ursprünglichen  Lage  genau  ankleben  und  nun  verfahren
wie  oben.  Die  Theilung  wird  hier  nothwendig,  weil  sonst  beim  Anschleifen ­
  des  ersten  Individuums  zu  viel  von  dem  zweiten  verloren
geht.
Untersuchen  wir  nun  was  eigentlich  bei  diesem  Verfahren  geschieht, ­
  so  sehen  wir,  dass  eigentlich  nur  der  aufgedrehte  Querschnitt
Q‘  in  die  Lage  des  ursprünglichen  Querschnittes  zurück  bewegt
wird,  indem  die  Trace  der  Ebene  der  optischen  Axen  als  Abscissenaxe,
  und  diese  selbst  als  Ebene  der  xz  betrachtet  wird;  die  erste
Drehung  um  x  liefert  den  Winkel,  welchen  die  Durchschnittslinie
des  aufgedrehten  Querschnittes  mit  der  Ebene  der  yz  gegen  den
ursprünglichen  Querschnitt  einschliesst  und  welchen  ich  mit  <p  bezeichnen ­
  werde;  die  zweite  den  Winkel,  welchen  der  auf  solche
Weise  in  eine  intermediäre  Lage  versetzte  Querschnitt  £)'  mit  der
Ebene  des  ursprünglichen  Querschnittes  Q  bildet  und  der  im  Folgenden ­
  ^  genannt  wird.  Die  erste  Drehung  um  y  macht,  dass  Q'  senkrecht ­
  auf  den  Hauptschnitt  des  ursprünglichen  Coordinatensystems
zu  stehen  kommt,  während  die  zweite  um  ip  denselben  völlig  in  die
Ebene  des  Querschnittes  Qlegt,  worum  es  sich  eigentlich  gehandelt
hatte.  Die  Trace  der  Achsen  wird  natürlich  im  Allgemeinen  nicht
parallel  dem  Faden  in  dem  zweiten  Individuo  erscheinen;  man  stellt
            
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