in prismatischen Krystallen mit Hilfe lies polavisirten Lichtes. 190
Oberflächen angeschliffen, bis er endlich in den Apparat gebracht,
dieselben Erscheinungen in derselben Lage wie das erste Individuum
zeigt.
Das ganze Verfahren, das hier mit möglichster Detaillirung dargestellt
worden, ist in der Ausführung höchst einfach, besonders da
unter hundert Fällen kaum ein einziger vorkömmt, wo ein zweiter
Schliff senkrecht zur Kante des ersten nothwendig wird, wie ich dies
unten bei der Anwendung auf das orthotype System zeigen werde.
Schwieriger dagegen und in der Ausführung eine weit grössere Genauigkeit
erfordernd sind jene Fälle, wo man einen minder durchsichtigen
und daher in dünnere Platten zu schneidenden Körper vor
sich hat. Kann man an einem solchen die Trace der Zwillingsfläche
nicht scharf markiren (für welchen Fall sogleich ein ganz einfaches
Verfahren angegeben werden wird), so muss man denselben in zwei
Theile schneiden, deren jeder möglichst viel von dem einen Individuo
enthalte, die eine Partie anschleifen bis sie die Ringe in der erforderlichen
Lage zeigt, dieselbe hierauf an die zweite Hälfte parallel
zu ihrer ursprünglichen Lage genau ankleben und nun verfahren
wie oben. Die Theilung wird hier nothwendig, weil sonst beim Anschleifen
des ersten Individuums zu viel von dem zweiten verloren
geht.
Untersuchen wir nun was eigentlich bei diesem Verfahren geschieht,
so sehen wir, dass eigentlich nur der aufgedrehte Querschnitt
Q‘ in die Lage des ursprünglichen Querschnittes zurück bewegt
wird, indem die Trace der Ebene der optischen Axen als Abscissenaxe,
und diese selbst als Ebene der xz betrachtet wird; die erste
Drehung um x liefert den Winkel, welchen die Durchschnittslinie
des aufgedrehten Querschnittes mit der Ebene der yz gegen den
ursprünglichen Querschnitt einschliesst und welchen ich mit <p bezeichnen
werde; die zweite den Winkel, welchen der auf solche
Weise in eine intermediäre Lage versetzte Querschnitt £)' mit der
Ebene des ursprünglichen Querschnittes Q bildet und der im Folgenden
^ genannt wird. Die erste Drehung um y macht, dass Q' senkrecht
auf den Hauptschnitt des ursprünglichen Coordinatensystems
zu stehen kommt, während die zweite um ip denselben völlig in die
Ebene des Querschnittes Qlegt, worum es sich eigentlich gehandelt
hatte. Die Trace der Achsen wird natürlich im Allgemeinen nicht
parallel dem Faden in dem zweiten Individuo erscheinen; man stellt