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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Grailicli.  Bestimmung  der  Zwillinge

Apparat  mit  zwei  senkrecht  auf  einander  stellenden  Theilkreisen  an;
das  Mineral  muss  nämlich  dann,  wenn  die  Fläche  desselben  senkrecht ­
  zur  Axe  des  Instrumentes  steht  (die  Indices  der  beiden  Kreise
sollen  dann  auf  Null  gerichtet  sein),  auch  die  Mittellinie  der  optischen
Axe  in  dieser  Richtung  zeigen.  Man  erkennt  dies  daran,  dass  die
Alhydade,  deren  Bewegung  den  scheinbaren  Winkel  der  optischen
Axen  misst,  hei  der  Einstellung  der  beiden  Totalpunkte  der  Steigsysteme ­
  gleiche  Bogen  vor  und  hinter  dem  Nullpunkte  der  Einstellung
beschreibt.  Die  Platte  wird,  wie  es  immer  bei  ähnlichen  Messungen
zu  geschehen  pflegt,  in  ihrer  eigenen  Ebene  so  lange  gedreht,  bis  die
Polarisationsebene  in  derselben  senkrecht  auf  jenen  des  Instrumentes
zu  stehen  kommen.  Hierauf  wird  die  Mittellinie  der  Ringsysteme
(d.  i.  die  Abscissenaxe  der  Curven,  nicht  zu  verwechseln  mit  der
Mittellinie  der  optischen  Axen)  mit  einem  feinen  Risse  auf  der  Oberfläche ­
  markirt  und  die  Platte  wieder  aus  dem  Apparate  genommen.
Nun  wird  die  zweite  Hälfte  derselben,  welche  dem  anderen  Individuo
angehört,  parallel  jener  geritzten  Linie  ungeschliffen,  dabei  ist  darauf ­
  zu  achten,  dass,  wo  es  möglich  ist,  die  Lage  der  Zusammensetzungsebene ­
  gegen  die  SchlifTfläche  zu  erkennen,  dieser  zweite
Schlifl'so  geführt  werde,  dass  die  dadurch  erzielte  zweite  Oberfläche
eine  ähnliche  Lage  gegen  dieselbe  einnehme,  wie  die  Fläche  des
ersten  Individuums,  so  dass,  wenn  diese  gegen  die  Zwillingsfläche
um  einen  stumpfen  oder  spitzen  Winkel  geneigt  ist,  auch  jene  analog ­
  angeschliffen  werde.  Man  erreicht  dies  je  nachdem  man  auf
der  einen  oder  anderen  Seite  der  Platte  den  Schliff  führt.
Zeigen  sich  in  der  Turmalinplatte  die  Bilder  des  zweiten  Individuums, ­
  so  kömmt  dasselbe  in  den  Apparat  und  zwar  so,  dass  die
Kante,  welche  die  beiden  Schlifl'flächen  trennt,  parallel  einem  Faden
des  Fadenkreuzes,  z.  B.  dem  horizontalen  zu  stehen  kommen.  Dann
wird  um  den  Horizontallimbus  gedreht,  dabei  müssen  unter  irgend
einem  Azimuth  die  Ringe  ins  Gesichtsfeld  treten.  Geschieht  dies
nicht,  sondern  zeigt  es  sich,  dass  dazu  noch  eine  Bewegung  des
Verticalkreises  nothwendig  wird,  so  kommt  die  Platte  noch  einmal
unter  den  Schliff,  und  zwar  solange,  bis  bei  einer  Bewegung  um
die  verticale  Axe  der  Mittelpunkt  der  Ringsysteme  durch  den  durch
das  Fadenkreuz  bezeichneten  Mittelpunkt  des  Gesichtsfeldes  tritt.
Auf  eine  absolute  Genauigkeit  kommt  es  jedoch  in  der  Regel  nicht
an.  Hierauf  wird  der  Krystall  senkrecht  zu  der  Kante  der  beiden
            
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