Lichtes. 195
in prismatischen Krystallen mit Hille des polarisirten
das aller deutlichen Krystallbegrenzung beraubt war, erregte meine
Aufmerksamkeit durch eine mitten durchsetzende Fläche, welche ich
bald für eine Zwillingsfläche erkannte. Eine Untersuchung über den
Glimmer, welche ich zu jener Zeit begann und deren Resultate ich
in Kurzem einer hohen Classe yorzulegen die Ehre haben werde, lieferte
mir analoge Erscheinungen; ich versuchte hierauf auch das Gesetz
der Hemitropion mit Hilfe des polarisirten Lichtes (welches bisher
nur dazu gedient hat, ihr Dasein nachzuweisen) an den vorliegenden
Mineralien zu ermitteln und gelangte auf diesem Wege zu einer allgemeinen
Lösung der Aufgabe, Ermittelung des Zwillingsgesetzes der
in den prismatischen Systemen krystallisirenden Substanzen mit Anwendung
der Erscheinungen im polarisirten Lichte; welche ich hier
in Kürze mitlheile.
2.
1. Um die Lagen der verschiedenen Ebenen und Linien, welche
in einem Krystalle gedacht werden, vor und nach der Hemitropie
zu bestimmen, lege ich ein Coordinatensystem in denselben, und es
soll der Einfachheit wegen der Durchschnittspunkt der drei Elasticitätsaxen
der Ursprung desselben sein; die Abscissen zähle ich nach
der kleinsten, die Ordinaten nach der mittleren, die s nach der
längsten derselben, so dass der optische Hauptschnitt die xz,
deroptisebe Querschnitt die xy und der optische Längsschnitt die yz
darstelle. DieLage dieser Linien ist eine andere in geradprismatischen,
eine anderein klinoedrischen Krystallen; ich abstrahire aber vor der
Hand von dieser Verschiedenheit, da durch die Drehung an der relativen
Axenstellung nichts geändert wird.
Nehmen wir nun an, irgend eine Ebene, welche wir durch den
Ursprung der Coordinaten gelegt denken, schneide den Krystall. Ihre
Gleichung wird sein
ax -\- by s = 0 . . . (P,)
und sie stellt das dar, was in der Krystallographie die Zusammensetzungsfläche,
die Zwillings- oder Drehungsebene
heisst. Mit den coordinirten Ebenen schliesst sie die Winkel X, y., v
ein, und es ist
cos X = cos (P, , xy) = 1 ,
^ JJ Va* + b> + 1
cos y. — cos
COS V = cos
(P , xz) =
{Pl , 52/) =
b
Va 1 -f- -(- 1 ’
a
Y a l + + 1 ’
cos