Hyrtl. Über normale Quervertheilung der Saurierwirbel.
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V orträge.
Über normale Quertheilung der Saurierwirbel.
Von dem w. M. Prof. Dr. Hyrtl.
Die Caudalwirbel einiger Saurierfamilien besitzen eine bisher
unbeachtet gebliebene Eigenthümlichkeit, welche mit grosser Regelmässigkeit
und Beständigkeit in allen Gattungen derselben wiederkehrt,
und somit einen anatomischen Charakter derselben bildet.
Über die Entwickelung der Wirbelsäule der Amphibien liegen
bis jetzt nur Beobachtungen von Duges, über Batrachier, vor. Bei
Rana cultripes sollen die ersten Ossificationen der Wirbelkörper
als paarige Knochenscheiben auftreten, welche dicht neben einander
liegen, und später zu einer zweilappigen Knochenplatte verschmelzen.
Demzufolge wäre das für die Fische geltende Gesetz der Wirbelentwickelung
aus seitlichen Hälften, auch auf die Batrachier anwendbar,
und es wäre möglich, dass es durch weitere Beobachtungen auch auf
die beschuppten Amphibien ausgedehnt würde. Dieses ist jedoch nur
Vermuthung. Dagegen ergibt es sieb aus den nun zu besprechenden
Verhältnissen, dass in der Ordnung der Saurier die Wirbel einer
bestimmten Stelle der Wirbelsäule aus vorderen und hinteren
Ossificationsherden entstehen, und dass die Trennung eines vorderen
und hinteren Formbestandtheiles dieser Wirbel sieb durch das ganze
Leben perennirend erhält. Jeder dieser Wirbel erscheint, selbst an
den grössten Exemplaren der betreffenden Thiere, durch eine Fuge
quer durchschnitten, und ist sehr leicht in ein hinteres und vorderes
Stück zu trennen. Die Fuge scheint eine, durch eine sehr dünne,
knorpelige Zwischenschicht gebildete Synebondrose zu sein, und besitzt
so wenig bindende Kraft, dass, wenn man das Caudalsegment
der Wirbelsäule bricht, gewöhnlich nicht zwei Wirbel aus ihren Gelenkverbindungen
treten, sondern die Trennung meistens nur an der
erwähnten Synebondrose Eines Wirbels stattfindet. Ich habe, als ich
das Zerfallensein der Caudalwirbel in vordere und hintere Ergänzungsstiieke
zuerst an dem neuholländischen Pygopus lepidopus
beobachtete, es bloss mit intercalaren Wirbelstücken im Sinne Müller
s *) zu thun zu haben geglaubt, überzeugte mich jedoch bald an
*) Osteologie und Myologie der Myxinoiden, S. 91.