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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Hyrtl.  Über  normale  Quervertheilung  der  Saurierwirbel.

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V  orträge.
Über  normale  Quertheilung  der  Saurierwirbel.
Von  dem  w.  M.  Prof.  Dr.  Hyrtl.
Die  Caudalwirbel  einiger  Saurierfamilien  besitzen  eine  bisher
unbeachtet  gebliebene  Eigenthümlichkeit,  welche  mit  grosser  Regelmässigkeit ­
  und  Beständigkeit  in  allen  Gattungen  derselben  wiederkehrt, ­
  und  somit  einen  anatomischen  Charakter  derselben  bildet.
Über  die  Entwickelung  der  Wirbelsäule  der  Amphibien  liegen
bis  jetzt  nur  Beobachtungen  von  Duges,  über  Batrachier,  vor.  Bei
Rana  cultripes  sollen  die  ersten  Ossificationen  der  Wirbelkörper
als  paarige  Knochenscheiben  auftreten,  welche  dicht  neben  einander
liegen,  und  später  zu  einer  zweilappigen  Knochenplatte  verschmelzen.
Demzufolge  wäre  das  für  die  Fische  geltende  Gesetz  der  Wirbelentwickelung ­
  aus  seitlichen  Hälften,  auch  auf  die  Batrachier  anwendbar,
und  es  wäre  möglich,  dass  es  durch  weitere  Beobachtungen  auch  auf
die  beschuppten  Amphibien  ausgedehnt  würde.  Dieses  ist  jedoch  nur
Vermuthung.  Dagegen  ergibt  es  sieb  aus  den  nun  zu  besprechenden
Verhältnissen,  dass  in  der  Ordnung  der  Saurier  die  Wirbel  einer
bestimmten  Stelle  der  Wirbelsäule  aus  vorderen  und  hinteren
Ossificationsherden  entstehen,  und  dass  die  Trennung  eines  vorderen
und  hinteren  Formbestandtheiles  dieser  Wirbel  sieb  durch  das  ganze
Leben  perennirend  erhält.  Jeder  dieser  Wirbel  erscheint,  selbst  an
den  grössten  Exemplaren  der  betreffenden  Thiere,  durch  eine  Fuge
quer  durchschnitten,  und  ist  sehr  leicht  in  ein  hinteres  und  vorderes
Stück  zu  trennen.  Die  Fuge  scheint  eine,  durch  eine  sehr  dünne,
knorpelige  Zwischenschicht  gebildete  Synebondrose  zu  sein,  und  besitzt ­
  so  wenig  bindende  Kraft,  dass,  wenn  man  das  Caudalsegment
der  Wirbelsäule  bricht,  gewöhnlich  nicht  zwei  Wirbel  aus  ihren  Gelenkverbindungen ­
  treten,  sondern  die  Trennung  meistens  nur  an  der
erwähnten  Synebondrose  Eines  Wirbels  stattfindet.  Ich  habe,  als  ich
das  Zerfallensein  der  Caudalwirbel  in  vordere  und  hintere  Ergänzungsstiieke
  zuerst  an  dem  neuholländischen  Pygopus  lepidopus
beobachtete,  es  bloss  mit  intercalaren  Wirbelstücken  im  Sinne  Müller ­
  s  *)  zu  thun  zu  haben  geglaubt,  überzeugte  mich  jedoch  bald  an
*)  Osteologie  und  Myologie  der  Myxinoiden,  S.  91.
            
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