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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Kernig  ott.  Mineralogische  Notizen.

ein  Vorkommen  krystallisirten  und  dichten  Pyrrhotins  bei  Gelegenheit
der  Beschreibung  eigentümlicher  Pyrargyritkrystalle  (Sitzungsberichte ­
  Bd.  IX,  Octoberheft),  habe  iclt  eines  zweiten  Exemplares  von
Joachimsthal  in  Böhmen  zu  gedenken,  welches  ein  gleichzeitig  gebildetes ­
  Gemenge  von  Pyrrhotin  und  Pyrargyrit  darstellt.  Die  Masse
des  Pyrrhotins  ist  überwiegend,  derb  und  an  der  Oberfläche  stellenweise ­
  mit  herausragenden  Krystallen  besetzt,  welche  die  früher
angegebene  Combination  des  hexagonalen  Prisma,  und  der  hexagonalen ­
  stumpfen  Pyramide  in  paralleler  Stellung  sehr  deutlich  zeigen.
An  verschiedenen  Stellen  ragen  in  Drusenräumen,  deren  Oberflächen
auch  jene  Krystall-Enden  zeigen,  Pyrargyritkrystalle  heraus  und  auf
ihnen  sind  kleine  lange  gut  ausgebildete,  speisgelbe  Pyrrhotinkrystalle
ooP.  P  aufgewachsen,  manche  derselben  ganz  davon  bedeckt.  Die
Prismenflächen  sindvertical  gestreift.  —  Ein  anderes  Exemplar  dichten
Pyrrhotins  von  graulicher  tombackbrauner  Farbe,  lässt  durch  die
ganze  Masse  zerstreut  eingewachsene  Pyrargyritkryställchen  sehen.
Die  ganze  Masse  ist  zerklüftet,  trägt  in  den  Drusenräumen  grössere
Krystalle  von  Pyrargyrit  und  ist  an  der  Oberfläche  mit  einem  Gemenge
kleiner  Pyrrhotin-  und  Pyrargyritkrystalle  bekleidet,  so  dass  dieselbe
wie  zerfressen  erscheint.
So  wenig  auffällig  ein  derartiges  Vorkommen  dichten  und  krystallisirten ­
  Pyrrhotins  mit  krystallisirtem  Pyrargyrit  ist,  wenn  es
auch  nicht  ein  gewöhnliches  ist,  so  fand  ich  diese  meine  früheren
Angaben  bestätigenden  Notizen  nothwendig,  weil  ein  Mineralog  das
früher  beschriebene  Stück  betrachtend,  trotz  der  ziemlich  deutlichen
Krystalle  Zweifel  hegen  zu  können  glaubte,  denen  ich,  selbst  wenn
sie  nicht  öffentlich  ausgesprochen  werden,  jeden  Grund  benehmen
muss.  Die  neuerdings  beschriebenen  Exemplare  sind  frei  von  den
Einflüssen,  die  bei  dem  früheren  nach  der  Bildung  zum  Formatstücke, ­
  wie  ich  ausdrücklich  anführte,  eine  beginnende  Zerstörung
hervorriefen  und  von  Pseudomorphose  ist  nicht  die  Rede,  weil  an  den
so  eben  beschriebenen  Exemplaren  Pyrrhotin  und  Pyrargyrit  im  best
erhaltenen  Zustande  sind.
10.  Antimon,  Gewichtsbestimmung.  Das  specifische  Gewicht
zweier  Antimonkrystalle  fand  ich  =  6,65  und  6,62.
            
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