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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Kenngott.  Mineralogische  Notizen.

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Mineralogische  Notizen.
Von  Dr.  Adolf  Renngott.
1.  Oligoklas,  Sonnen  stein.  Interponirte  Krystalle.  Die
Beobachtung  Th.  Scheerer's,  dass  der  Schiller  des  sogenannten
Sonnensteins  von  Tvedestrand  in  Norwegen  von  eingelagerten ­
  Kryställchen  herrührt  (Poggendorffs  Annalen  Bd.  LXIV,
S.  1S3),  fand  ich  vollkommen  bestätigt,  nur  möchte  ich  geneigt
sein  zu  glauben,  dass  die  interponirten  Kryställchen  nicht  der  Species
  Hämatit,  sondern  dem  Pyrrhosiderit  angehören.  Die
Gestalt,  wie  sie  gesehen  werden  kann,  entscheidet  hier  gerade  nicht,
da  von  beiden  nahezu  gleichgestaltete  Lamellen  Vorkommen  können,
es  bleibt  jedoch  immer  eine  vorherrschende  Ausdehnung  zweier  parallelen ­
  Seiten  der  Lamellen  auffallend,  welche  für  die  letztere  Species
mehr  spricht.  Am  meisten  bestimmt  mich  für  die  letztere  die  Farbe,
welche,  wenn  auch  im  Allgemeinen  eine  röthlichbraune,  alsein
Gemisch  aus  Roth  und  Braun  doch  mehr  dem  Braun  und  Gelb  sich
hinneigend  nicht  dem  Hämatit  entspricht,  wie  man  durch  die  Vergleichung ­
  der  verschiedensten  Abänderungen  beider  Species  sieb
hinreichend  überzeugen  kann.  Dies  tritt  besonders  hervor,  wenn
man  die  Lamellen  so  beobachtet,  dass  der  Reflex  des  Lichtes  nicht
störend  ein  wirkt,  nämlich  bei  durchgehendem  Lichte,  oder  so  gegen
das  Licht  gestellt,  dass  man  gerade  darauf  sieht,  wobei  sich  die
gelbe  oder  braune  Färbung  mit  mehr  oder  weniger  Hinneigung  in
Roth  so  zeigt,  wie  man  dieselbe  einerseits  bei  den  in  Quarz  eingewaehsenen
  dünnen  Rutilkrystallen,  andererseits  bei  den  Pyrrhosideritkrystallen,
  wenn  sie  sehr  dünn  sind,  häufig  zu  sehen  Gelegenheit
hat.  Der  metallische  bunte  Schiller  und  die  verschiedenen  gelben,
braunen,  rotlien,  blauen  und  grünen  Farben  werden  durch  den  Contract
  mit  der  Oligoldasmasse,  ähnlich  wie  bei  den  Einschlüssen  in
Quarz  ,  durch  Anlauffarben  des  eingeschlossenen  Minerals  Während
der  Bildung,  durch  den  Reflex  des  Lichtes  und  dergleichen  hervorgebracht. ­

Beim  Glühen  konnte  ich  nur  eine  vorübergehende  Verdunkelung
der  Lamellen  beobachten,  da  zur  Begründung  des  vorausgesetzten
sehr  geringen  Wassergehaltes  ein  kleines  Probestück  nicht  ausreichend ­
  war.  Das  specifisehe  Gewicht  wurde  =  2,657  gefunden.
            
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