Beiträge zur Naturgeschichte der Insecten.
173
jeder mit vier Paar braunen, kurzbehaarten, spindelförmigen, und in
der Mitte verdickten Dornen bewaffnet.
Erklärung der Abbildungen.
Tafel IV.
Ein Ei, \
Die Made, • J
Eine Puppe vom Rücken, I
Dieselbe von der Seite, 1
Die Nymphe, > vergrüssert.
Der Kopf der Fliege mit den Nebenaugen,!
Ein Fühler, 1
Der Saugerüssel, ]
Ein Stachel des Siiugerüsseltasters, /
Mycetocharis linearis. III.
Iicbcnsg'escliichte.
Schon mehrere Jahre fand ich die Larven dieses Käfers als mir
unbekannt im Moderholze der Linden- und Ahornbäume, war aber nie
so glücklich die Käfer zur Reife zu bringen, denn die Larven gingen
mir schon vor der Verpuppung zu Grunde.
Dieses Jahr aber gelang es einem der Jüngsten der Wiener —
wenn nicht dem jüngsten, europäischen, aufmerksamen und äusserst
thätigen entomologischen Biographen, nämlich dem jüngsten Sohne
Clemens, meines hochgeschätzten Freundes Dr. M. Hampe in Wien —
dieselben Larven im Moderholze alter Rosskastanien in Mehrzahl und
fast vollkommen ausgewachsen zu finden, und da derselbe die Freundschaft
hatte, mir nicht nur mehrere derselben mitzutheilen, sondern
mir auch den Fundort genau anzugeben, so wurde ich in den Stand
gesetzt, die vollkommene Lebensgeschichte dieses Käfers sowohl zu
Hause als auch im Freien zu beobachten.
Die Larven der zweiten Geschlechtsfolge überwintern im Moderholze,
der Linden-, Ahorn- und der Rosskastanien-Bäume, kommen
im Mai des Abends kurz vor Sonnenuntergang aus ihrem Verwandlungsorte,
in welchen sie sich Morgens wieder zurückziehen, zum
Vorschein, nachdem sie sechs bis acht Tage sich aufBlüthen genährt
und gestärkt haben, begatten sie sich Nachts, und erst nach acht bis
zehn Tagen beginnt das Weibchen Eier einzeln in moderholzige
Sitzb. d. mathem.-natunv. CI. X. Bd. II. Hft.
Fig. 1.
n
» 3.
13