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He cg er. Beiträge zur Naturgeschichte der Insccten.
Beiträge zur Naturgeschichte der Insecten.
Von Ernst Hccger.
(Taf. I—VI.)
(Achte Fortsetzung.)
Naturgeschichte der Lagria hirta. Lin. Fab. 6, pubescens Fab. K b.
Ijebensgescliichte.
Gegen Mitte Mai auch noch Anfangs Juni kommen die Käfer
zum Vorschein, nähren sich acht bis vierzehn Tage auf Doldenbliithen
und begatten sich dann bei Tage, indem sie nur kurze Zeit an einander
bleiben; das befruchtete Weibeben legtauch erst nach sechs bis
zehn und auch noch mehr Tagen die Eier einzeln unter Sträuchen
in lockere Erde, jedoch am meisten in die Nähe kleiner Waldbäche
in Hohlwege oder sonst vom Nordwinde geschützte Lagen.
Erst nach dreissig bis vierzig Tagen brechen die Räupchen aus,
und nähren sich anfangs nur von faulen, feuchten Pflanzenabfällen,
später von abgefallenem Laubwerke verschiedener Pflanzen. Sie häuten
sich in sehr verschiedenen Zeiträumen viermal, jedoch bemerkte
ich, da ich sie mehrere Jahre in grösserer Anzahl erzog, dass diese
Häutung nie vor zwanzig Tagen erfolgte, und da sie schon im August
und anfangs September, viele noch vor der dritten Häutung in den
Winterschlaf gehen, so dauert manche beinahe sechs Monate; denn
bei sehr günstigen Verhältnissen erwachen sie erst Mitte März oder
anfangs April, schlafen aber bei einer Temperatur unter vier Graden
Wärme immer wieder ein. Sie bewegen sich sehr träge, und nähren
sich sowohl bei Tag als bei Nacht, wenn man sie aber in der
Zucht nicht feucht hält, oder gar Hunger leiden lässt, so fressen
sie sich einander auf.
Zur Verpuppung gehen sie anfangs Mai etwas in die lockere
Erde an die Wurzeln der Sträuche, wo sie sich einen bequemen
leeren Raum suchen und, ohne sonstigen Schutz, durch förmliches
Abwerfen der Haut verwandeln.
Erst zwölf bis vierzehn Tage nach der Verwandlung zur Nymphe
erstarkt der Käfer vollkommen, kommt aber nur bei warmen, ruhigen,
windstillen Tagen zum Vorschein.