in Nord-Amerika, Hrn. Dr. C. Scherzer.
157
Fischfang und wenigen Provisionen aus der letzten Stadt leben mussten.
Wir begegneten während der ganzen Zeit nur wenige wilde
Indianer (Cheppuvas oder Sioux) und keinen einzigen Weissen. Indess
bleibt es wunderbar, wie sicher und gefahrlos man diese Wälder
bereist, und man kann nicht umhin die tiefste Achtung und Anerkennung
jenen frommen, aufopfernden Missionären zu zollen, deren
Glaubenseifer zuerst die Leuchte der Religion durch diese dunklen
Wälder getragen. Die meisten der hier lebenden Indianer (4—5000)
sind schon zum Christenthum bekehrt, und die wenigen Heiden haben
wenigstens das Brutale ihrer Natur verloren und sind ungefährlich.
VonStillwater am La Croix-See, wo wir den Kahn und unsere beiden
kanadischen Führer (Halbindianer) verliessen, setzten wir unsere
Reise mittelst Wagen nach St. Paul und den Fällen von St. Anthony
im Minesota-Territorium fort. Von dieser geologisch so interessanten
Localität war ich so frei eine ziemlich umfassende Collection zu
senden.
Von den Fallen des St. Anthony fuhr ich mittelst Dampfboot
nach den Bleibergwerken von Galena. Auch von dieser interessanten
Localität folgen schöne Exemplare.
Von Galena, wo ich mich 8 Tage aufhielt, reiste ich über Davenport,
Burlington und Nauvoo (wo wir den alten marmornen Tempel
und father Cabet, den Ikarier, besuchten) nach St. Louis, wo ich endlich
Ende October eintraf. Dr. Engelman und Dr. Wislizenius, welche
beide als praktische Ärzte hier ansässig sind, versprachen mir in
nächster Zeit eine Sammlung aus mehreren geologisch interessanten
Localitäten in der Umgebung von St. Louis, welche ich des anhaltenden
Regenwetters halber nicht besuchen konnte. Auch der österr.
Consul erwies mir viele Freundlichkeit. Durch dessen Bemühung
werden der kais. Anstalt auch nächstens eine Anzahl Geweihe von
Elkthieren aus den Felsenbergen zukommen, die nur mit grosser
Mühe verschafft werden konnten. Ich werde mir es zum besonderen
Vergnügen rechnen', deren Verpackung oder Verschiffung in New-Orleans
auf das Sorgfältigste zu überwachen. — Von St. Louis
machte ich mit dem Staatsgeologen J. Whitney einen Ausflug nach
den berühmten Eisenbergen Iran moontuin, 60 Meil. von St. Louis,
welche beide in grossen aufgehäuften Massen wahrscheinlich plutonischen
Ursprungs, Eisen in einem Metallwerthe von 80—85% enthalten.
Wir legen einer Sammlung von Petrefacten, die wir während
Sil/J) d. mathem.-natürw. CI. X. Gil II. Ult. lä