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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

10  H  e  e  g  e  r.
Naturgeschichte  der  Diamesa  culicoides  Heeg.
Meigen  B.  VIII,  S.  12  —  13,  T.  67,  F.  1—3.
Diese  in  Österreich  noch  immer  seltene  Fliegenart  findet  man
im  Spätherbst  und  im  Februar  und  März  einzeln  an  den  Fenstern
der  Garten-  und  kalten  Glashäuser,  sonst  ist  aber  ihre  Verwandlungsgeschichte ­
  bisher  noch  unbekannt  geblieben.
Es  gelang  mir  wohl  schon  mehrmalen  sie  im  gesperrten  Raume
zur  Begattung  und  zum  Eierlegen  zu  bringen  ,  aber  weiter  konnte  ich
Nichts  erzwecken,  bis  ich  vor  zwei  Jahren  an  einem  sehr  kleinen
starkfliessenden  Gebirgswasser  im  November  an  einem  windstillen
Morgen  vergeblich  nach  Simulien-Larven  forschte,  am  Ufer  auf  Steinen ­
  mehrere  frisch  ausgefallene  männliche  und  weibliche  Individuen
dieser  Art  fand,  welche  noch  nicht  erstarkt  waren,  um  fliegen  zu
können.
Ich  fand  auch  bald  im  Wasser  und  auf  Steinen  mehrere  Puppenhüllen, ­
  welche  aber  ganz  das  Aussehen  von  Schmetterlings-Puppen
der  Gruppe  der  Blattwickler  (Tortrix)  hatten.
Endlich  nach  vielem  Suchen  entdeckte  ich  eine  ähnliche  noch
belebte  Puppe,  auf  einem  im  grössten  Strome  des  Wassers  liegenden
Steine,  unter  leichtem  mit  Kalksinter  fast  bedeckten  Gespinnst,  wodurch ­
  ich  veranlasst  wurde,  alle  jene  Steine  mit  solchen  Gespinnsten
zu  untersuchen,  ich  fand  auch  Larven  verschiedenen  Alters,  und
mehrere  Puppen,  aus  welchen  letzteren  ich  wohl,  nicht  aber  aus
den  Larven  Fliegen  erhielt,  denn  sie  gingen  zu  Hause  im  stehenden
Wasser  aus  denselben  Bächen  nach  einigen  Stunden  zu  Grunde.
Nun  hatte  ich  aber  im  verwichenen  Herbst  Gelegenheit,  mir  in
einem  kleinen  Gebirgswasser  einen  Ort  so  zuzurichten,  dass  ich  die
Lebensweise  ganz  beobachten  konnte.
Iiebensgeschichte.
Die  Weibchen  legen  nach  24  Stunden  zehn  bis  zwölf  Eier  auf
einem  Orte,  an  Steine  oder  andere  feste  Gegenstände,  welche  am
Ufer  von  Zeit  zu  Zeit  vom  Wasser  bespühlet  werden.  Im  gesperrten
Glase  kamen  nach  acht  bis  zehn  Tagen  die  Larven  aus,  sie  haben
gleich  einen  Faden,  den  sie  aus  dem  Munde  lassen  können,  um  sich
irgendwo  anzuhängen;  ein  Weibchen  traget  80  —100  Eier,  von
            
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