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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

1  52  Hyrll.  Über  das  Labyrinth  und  die  Aortenbogen  der  Gatt,  Ophiocephalus.

die  zweite  auf  dem  Gaumen,  die  beiden  übrigen  auf  den  Seitenwänden
der  Mundhöhle  aufsitzen),  und  können  überhaupt  nicht  für  wesentliche
oder  unentbehrliche  Gebilde  gehalten  werden,  da  sie  bei  Ophiocephalus ­
  planiceps  xm&punctatus  vollkommen  fehlen.  DadasExemplar  der
letztgenannten  Species,  welches  mir  zu  Gebote  stand,  zu  klein  war,
um  es  auf  das  Vorhandensein  des  Aortenbogens  zu  untersuchen,  so
konnte  ich  an  ihm  nur  das  bei  0■  micropeltes  nicht  zu  beobachtende
Vorkommen  einer  kleinen  Nebenhöhle  der  Kiemenhöhle  bemerken,
welche  im  oberen  Winkel  der  Kiemenspalte  liegt,  aussen  durch  den
Kiemendeckel,  hinten  und  oben  durch  den  Schultergürtel,  und  unten
durch  die  oberen  Stücke  der  Kiemenbogen  begrenzt  wird.  Dieselbe
Nebenhöhle  finde  ich  auch  an  einem  grossen  Exemplare  von  Ophiocephalus ­
  striatus,  Bloch,  in  dem  kaiserl.  Naturalien-Cabinete.  Die
Blättchen  des  zweiten  und  dritten  Kiemenbogens  setzen  sich  bei  letzterem ­
  in  diese  Nebenhöhle  fort.  Auch  Ophiocephalus  Iota,  Buc  h.,
besitzt  die  Höhle,  jedoch  ohne  Fortsetzung  der  Kiemenbogen.
Bei  einem  7  zölligenExemplare  von  Ophiocephaluslucius  fehlen
gleichfalls  die  Carunkeln  des  Labyrinths,  so  wie  von  den  beiden
Knochenplatten  jene  des  Kiefersuspensoriums,  deren  Stelle  nur  eine
scharfrandige,  festere  Schleimhautcrista  einnimmt.  Die  mit  dem  ersten
Kiemenbogen  articulirende  Knochenplatte  ist  auf  ein  dünnes  Säulchen
reducirt,  und  die  sogenannte  Labyrinthhöhle  auf  ein  einfaches  Cavum
mit  ebenen,  rasirten  Wänden  eingegangen,  welche  die  hintere
Hälfte  des  langgestreckten  hechtähnlichen  Kopfes  dieses  Thieres
einnimmt.  Aortenbogen  besitzt  er,  wie  der  verkümmerte  Zustand  der
kurzen  vierten  Kieme  vermuthen  lässt.  An  einem  grossen  Exemplare
von  Ophiocephalus  striatus  im  kaiserlichen  Naturalien-Cabinete  ist
die  Blätterung  des  vierten  Kiemenbogens  ebenso  rudimentär,  wie  bei
O.  micropeltes,  der  Aortenbogen  an  demselben  ebenso  entwickelt,
dagegen  die  am  Kiefersuspensorium  festsitzende  Knochenplatte  fehlend, ­
  und  an  ihrer  Stelle  nur  eine  niedrige,  scharfe,  der  Schleimhaut ­
  angehörige  Leiste  ohne  Kerbung  vorhanden.  Auch  Ophiocephalus ­
  planiceps  (Kühl,  v.  Hass),  besitzt  den  Aortenbogen  an  der
vierten  Kieme,  und  eine  sehr  breite,  weit  in  die  Mundhöhle  hineinragende ­
  Platte  vom  Kiefersuspensorium,  mit  glatten  Sehleimhautüberzug. ­
  Dagegen  scheint  bei  Ophiocephalus  limbutus  und  O.  Iota,
deren  vierte  Kiemenbogen  zwar  kurz,  aber  mit  regulären  Blättchen
besetzt  sind,  der  Aortenbogen  zu  fehlen.  Der  Kleinheit  der  beiden
            
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