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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Aortenbogen  der  Gattung  Ophiocephalus.

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wurzel  nicht  im  der  Mitte  der  Schädelbasis,  sondern  links  von  ilu
liegt.  Der  rechte  Aortenbogen  muss  (lesshalb  um  ein  gutes  Stück
länger  als  der  linke  sein,  und  da  er  zugleich  zweimal  stärker  als
dieser  ist,  so  gibt  er  bevor  er  die  untere  Medianlinie  der  Wirbelsäule ­
  überschreitet,  die  mächtige  Arteria  coeliacct,  und  nach  dieser
die  rechte  Carotis  ab,  wodurch  die  Eingeweide  Herzblut,  der  übrige
Leib  tlieils  Herz-,  theils  Kiemenblut  erhalten.  Während  der  Aortenbogen ­
  am  vierten  Kiemenbogen  verlauft,  sendet  er  nicht  bloss  dicke
und  kurze  Ästchen  zu  den  verkümmerten  Kiemenblättchen  ab,  sondern ­
  erhält  auch  von  diesen  ihre  rückführenden  Venen,  welche  keine
besondere  Vena  branchialis  bilden.  Der  Aortenbogen  kann  somit
nicht  bloss  venöses,  sondern  muss  auch  einen  geringen  Antbeil  arteriösen ­
  Blutes  führen.
Wenn  es  nun  aus  dem  eben  Gesagten  als  bewiesen  erscheint,
dass  das  Labyrinth  des  Ophiocephalus  kein  respiratorisches  Organ
ist,  so  kann  es  nur  als  ein  Reservoir  für  jenen  Wasservorratb  dienen,
welchen  der  Fisch  während  seiner  Excursionen  auf  das  Festland  mit
sich  führt.  Da  die  mit  dem  ersten  Kiemenbogen  in  Verbindung  stehende, ­
  bewegliche  Knochenplatte,  durch  Muskelwirkung  gegen  die
feststehende  des  Kiefersuspensoriums  angenähert,  und  wie  ich  hei
Ophiocephalus  punctatus  vor  mir  sehe,  beide  Knochenplatten  mit
ebenen,  glatten  und  congruenten  Rändern  so  gut  zusammenschliessen,
dass  nur  eine  kleine  Lücke  zum  Aussickern  des  Wassers  aus  der
Labyrinthhöhle  in  die  Rachenhöhle,  und  von  dieser  in  die  Kiemenhöhle ­
  offen  bleibt,  so  lässt  es  sich  wohl  erklären,  wie  so  dieser
Vorrath  so  lange  ausreichen  kann,  dass  der  Fisch  nach  Hamilton’s,
in  Taylor’s  Aufsatz  citirten  Bemerkung,  viele  Meilen  weit  lebend
auf  die  Märkte  gebracht,  und  oft  nach  Regenschauern  in  solcher
Entfernung  von  Flüssen  auf  Feldern  und  Wiesen  angetroffen  wird,
dass  der  Aberglaube  der  Hindoos  ihn  vom  Himmel  fallen  lässt.  —
Die  dicken  Papillen,  und  karunkelartigen  Auswüchse,  die  den  Schleimhautüberzug ­
  der  beiden  Knochenplatten  ,  und  des  knorpelartigen  Ansatzes ­
  zu  beiden  Seiten  des  Voiner  auszeichnen,  scheinen  eher  Sinnesorgane ­
  ,  vielleicht  Geschmacksorgane,  oder  Prüfungswerkzeuge
auf  die  Beschaffenheit  des  Wassers  zu  sein,  kommen  in  ähnlicher
l'orm,  obwohl  mit  differirender  Stellung,  auch  bei  anderen  Fischen
vor,  welche  keine  Labyrinthorgane  besitzen  (z.  B.  bei  Gymnolus
electricus,  wo  sie  in  4  Längsreihen  stehen,  deren  eine  auf  der  Zunge,
            
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