von Brustdriisentextur und ihre Beziehung zum Cystosarcom. 147
Die Individuen, in welchen diese Tumoren auftreten, sind allerdings
oft junge, unverheirathete oder sterile brauenspersonen, doch
sind Ausnahmen hiervon durchaus nicht selten,| indem sie hei verheiratheten
fruchtbaren Frauen Vorkommen.
Sie sind gutartig, wiewohl sie, wie oben angedeutet, zuweilen
in grösserer Anzahl zugleich oder nach einander entstehen. Sie bieten
hierin ein ähnliches Verhalten dar, wie unter Anderen besonders
die fibrösen Geschwülste des Uterus, das Enchondrom, welche nicht
selten innerhalb eines begrenzten Standortes in wuchernder Menge
Vorkommen. Über die Brustdrüse hinaus kommen sie auch nach der
Ausrottung nicht vor. Dagegen kehren sie zuweilen allerdings an Ort
und Stelle wieder; in einem von Lawrence operirten Falle fand
dies dreimal Statt (Paget) und Birkett erzählt den Fall von fünfmaliger
Wiederkehr des Tumors.
Zuweilen werden sie, und zwar an den vorragendsten Punkten von
der sie bekleidenden allgemeinen Decke aus, der Sitz einer brandig
ulcerösen Zerstörung. Es betrifft dies vorzüglich die am Tumor vorspringenden
Cysten, nach deren Eröffnung die in selbe hereinwachsenden
Gewebsmassen in und durch die ulceröse Öffnung prolabiren.
Wie von mancherlei anderen Geschwülsten, so ist auch von
den in Rede stehenden behauptet worden, dass sie zuweilen krebsig
werden, zu Carcinom degeneriren. Wenn man hier die Fälle eliminirt,
wo man etwa in der Wiederkehr des Tumors nach der Exstirpation
eine krebsige Natur zu erblicken glaubt, so ist noch zweierlei zu
unterscheiden. Es kann nämlich ohne Zweifel neben einem in Rede
stehenden Tumor ein wahres Carcinom, gesondert von jenem, zugegen
sein, und Paget führt in der That Fälle von gleichzeitigem Vorhandensein
einesglandular tumourlind eines Faserkrebses an. Ausserdem
lässt sieb nicht in völlige Abrede stellen, dass die Gewebsmasse
des Tumors nicht einmal der Sitz von krebsiger Neubildung werden
könnte.
Anmerkung zu den Tafeln.
Fig. i, 2 und 3, finden ihre Erklärung S. 136 und 137.
» 4 und 5, S. 137 und 138.
n 6, Seite 138.