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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

von  Brustdrüsentextur  und  ihre  Beziehung  zum  Cystosarcom.  145
f)  Wie  bereits  bemerkt  worden,  so  füllen  die  Excrescenzen,  sie
mögen  von  einem  oder  mehreren  Punkten  lierkommen,  den
Raum  der  Cyste  nicht  selten  aus,  platten  sich  wechselseitig  ab,
und  verwachsen  endlich  mit  einander  sowohl  wie  auch  mit  der
Cystenwand.  Hierin  ist  der  lobuläre,  aggregirteBau  begründet,
den  viele  dieser  Geschwülste  auf  dem  Durchschnitte  darhieten,
indem  auf  demselben  die  in  die  Cysten  hcreingewachsenen
Gewebsmassen  von  der  gemeinschaftlichen  Lage  abgegrenzt
erscheinen,  wobei  sich  zugleich,  selbst  nachdem  sie  unter  einander ­
  und  mit  der  Cystenwand  verwachsen  sind,  erkennen
lässt,  wie  sie  aus  konischen,  kolbigen,  blätterigen  u.  dgl.  Excrescenzen ­
  hervoi-gegangen  sind.  Oft  erscheinen  sie  in  dem
Cystenraume  in  einer  gemeinsamen  oder  in  mehreren  verschiedenen ­
  Richtungen  eingerollt.  Zuweilen  besteht,  wie  auch
Paget  anführt,  die  incystirte  Gewebsmasse  aus  konischen
Lappen,  welche  mit  ihren  Spitzen  gegen  die  Mitte  der  Cyste
hin  convergiren,  wobei  manchmal  ein  centraler  Rest  des
Cystenraumes  übrig  blieb.
Diese  Anordnung  ansehnlicher  Bindegewebsmassen  ist  characteristich,
  und  darf  neben  anderen  ausgezeichneten  Gewebstypen,
namentlich  der  alveolaren  Anordnung  und  den  Maschen-  (und  Fach-)
Werken,  welche  ich  in  meinen  Aufsätzen  über  die  Krebsgerüste  und
den  Gallertkrebs  (Sitzungsb.  d.  kais.  Akad.,  März  und  Juliheft  1852)
nachgewiesen  und  gewürdigt  habe,  einen  Platz  finden.
Ausserdem  ergibt  sich  ein  weiteres  Corollarium  aus  den  dargelegten ­
  anatomischen  Thatsachen  in  Betreff  der  Cyste,  und  zwar
abermals  eine  Erweiterung  unserer  Kenntnisse  über  deren  Grundlage.
Ich  habe  durch  neuere  Untersuchungen  in  Betreff  der  Cyste  als
Neubildung  nachgewiesen,  dass  dieselbe  sich  aus  einer  structurlosen
Blase  in  Combination  mit  ihrem  faserigen  Alveolus  entwickele;  dass
eine  (gestielte)  Cyste  auch  aus  dem  primitiven  Hohlkolben  und  den
aus  diesem  abgeleiteten  ausgebuchteten  und  verzweigten  Hohlgebilden ­
  hervorgehe;  dass  endlich  Cysten  aus  der  Combination  von  einander ­
  durchsetzenden  Fachwerken  zu  Stande  kommen  (S.  d.  Abhandl.
über  den  Kropf,  die  Cyste,  den  Zottenkrebs,  Gallertkrebs).  Nunmehr
kömmt  eine  neue  Grundlage  hinzu,  d.  i.  das  in  den  hier  verhandelten
Bindegewebstumoren  vorkommende  traubige  Drüsen-Element  neuer
Bildung,  eine  Nachahmung  des  Acinus  der  Brustdrüse.
            
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