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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

von  Brustdrüsenlextur  und  ihre  Beziehung  zum  CySlosarcom.  143
spreche,  dass  die  Cysten  hier  durch  Erweiterung  eines  traubigen
Drüsenelementes  neuer  Bildung  zu  Stande  kommen.
Joh.  Müller  hat  die  Cystosarcome  je  nach  dem  Verhalten  der
Cysten  in  ein  Cystosarcoma  simplex  und  ein  C.  proliferum  eingetheilt
und  diesem  ein  Cystosarcoma  phyllodes  beigegeben.  Ich  bin  demselben ­
  in  meinem  Handbuche  gefolgt,  habe  aber  seitdem  in  Betreff
des  C.  phyllodes  in  meiner  akademischen  Abhandlung  „über  die  Cyste”
meine  Ansicht  dahin  abgeändert,  dass  ich  die  Cystennatur  des  Raumes, ­
  in  welchen  die  ansehnlichen  fleischartigen  (blätterigen)  Geschwülste ­
  in  wuchernder  Menge  hereinwachsen,  in  Zweifel  zog  und
ihn  davon  ableitete,  dass  die  Masse  der  Geschwulst  durch  eine  grosse
Menge  dendritischer  Vegetationen,  die  mit  Gewebe  ausgefüllt  werden, ­
  zum  Auseinanderweichen  bestimmt  werde.  Ich  muss  nunmehr,
seitdem  ich  mich  überzeugte,  dass  in  den  Cystosarcomen  die  in  den
Cystenraum  hereinwachsenden  Exerescenzen  nicht  von  der  Innenwand ­
  der  Cyste  herkommende  Primitiv-Gebilde  sind,  sondern  dass
es  die  Lagermasse  der  jCyste  ist,  welche  mit  Einstülpung  der  primitiven ­
  Cystenmembran  und  ihres  Epithels  in  deren  Raum  hereinwächst,
auch  jene  Vermuthung  über  das  C.  phyllodes  zurücknehmen  und  mich
in  Betreff  der  Cystosarcome  der  Brust  überhaupt  in  einer  anderen
Weise  aussprechen:
Ein  Cystosarcoma  simplex  kommt,  wie  es  schon  die  von
Joh.  Müller  zugestandene  Aufnahme  solcher  Cystosarcome,  bei
denen  sich  auf  der  Cystenwand  kleine  (vascularisirte)  Knötchen  oder
parenchymatöse  Inseln  vorfinden,  unter  das  C.  simplex  involvirt,  in
der  That  vielleicht  nie  vor,  d.  i.  kaum  je  findet  sich  eine  Cyste  vor,
in  welche  die  Lagermasse  nicht  hereinwüchse.
Fast  in  alle  eben  vorhandenen  Cysten  wächst  die  Lagermasse
in  Form  von  glatten  (mindestens  für  das  freie  Auge  glatten)  oder
ganz  gewöhnlich  von  kerbigen,  drüsigen,  traubigen,  gelappten,  konischen, ­
  breit  aufsitzenden  oder  kolbigen  gestielten  Exerescenzen
herein,  bis  zur  völligen  Ausfüllung  der  Cyste.  Dies  findet  vor  einem,
von  mehreren  Punkten  oder  rings  vom  ganzen  Umfange  der  Cyste
her  Statt.  Soferne  auch  in  diesen  Exerescenzen  das  acinusartige
Hohlgebilde  zur  Entwickelung  kommt  und  sofort  zu  einer  Cyste  heranwächst, ­
  so  kann  die  Excrescenz,  indem  ihre  Gewebsmasse  zur
Wand  jener  Cyste  wird,  eine  Tochtercyste  darstellen,  in  welche
selbst  wieder  das  Gewebe  ihrer  Wand  in  Form  der  Exerescenzen

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