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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

von  Brustdrüsentextur  und  ihre  Beziehung  zum  Cystosarcom.

ren  Ausbuchtungen  auswaclisen.  Sie  bestehen  nach  ihrem  freien  Ende
hin  aus  jungem,  formlosen,  gegen  die  Basis  hin  aus  faserigem  Bindegewebe, ­
  Sie  gleichen  hiernach  so,  wie  nach  der  äusseren  Form,
dem  Condyloma  insbesondere  aber  erscheinen  sie  in  ihrer  Beziehung ­
  zu  dem  Hohlgebilde,  in  das  sie  hereinwachsen,  mit  dem  subcutanenin
  die  Hoble  des  erweiterten  Hautfollikels  hereinwachsenden ­
  Condyloma  identisch;
3)  mit  ihrer  Vervielfältigung  nimmt  die  Zahl  der  ritzen-  und
spaltähnlichen  Ausläufer  des  Hohlgebildes  zu;
4)  sie  wachsen  von  allen  Punkten  rings  um  das  sich  erweiternde
Hohlgebilde,  oder  nur  von  einzelnen  Stellen,  von  einer  Stelle  aus,  in
dessen  Raum  herein;  dort,  wo  sie  fehlen,  ist  die  Erweiterung  des  Hohlgebildes
  eine  gleichförmige,  zu  einer  Cyste  mit  ebener  und  glatter
Wandung;
5)  diese  Erweiterung  ist  bisweilen  sehr  bedeutend,  und  die  Excrescenzen
  erreichen  eben  auch  eine  sehr  ansehnliche  Grösse.  —  Ob
die  spaltähnlichen  Ausläufer  eines  Hohlraumes  unter  einander  und
mit  jenen  eines  anderen  auch  zusammenfliessen,  ist  nicht  ausgemacht,
aber  leicht  möglich.  Reinhardt  erläutert  die  vielfache  Zerklüftung
der  Masse  dadurch;
6)  in  diesen  Excrescenzen  kommt  es  wieder  zur  Entwickelung
von  acinusartigen  Gebilden,  welche  dieselbe  Erweiterung  mit  Hereinwachsen ­
  ihres  Bindegewebslagers  eingehen.  Hierin  ist  es  begründet,
dass  eine  Cyste  nebst  nackten  auch  wieder  incystirte  Excrescenzen
enthält;
7)  an  der  Oberfläche  der  Excrescenzen  beobachtet  man  eine
Furchung,  Rinnen,  oder  auch  oflenstehenden  Cysten  ähnliche  Spalten,
in  welche  Excrescenzen  hereinragen;  sie  sind  die  ritzen-  und  spaltähnlichen ­
  Endausläufer  des  Cystenraumes,  gegeben  durch  die  secundären
  und  tertiären  Ausbuchtungen,  in  welehe  die  Excrescenzen  fortan
auswachsen.—Indess  könnten  die  vorerwähnten  cystenartigen  Spalten
vielleicht  wirklich  selbstständige  Cysten  sein,  die  sich  in  den  Raum
der  Muttercyste  eröfthet  haben.  (Yergl.  oben  5.  Reinhardt’s  Anschauung.) ­

Insoferne  hiermit  die  Genesis  der  Cyste  in  diesen  Tumoren  und
die  Beziehungen  der  Excrescenzen  zu  ihr  dargelegt  sind,  so  erkennt
man  das  Unrichtige  der  verschiedenen  Ansichten,  die  man  in  diesem
Betreff  und  insbesondere  als  Beantwortung  einer  dabin  formulirten
Sitzb.  d.  matbem.-naturw.  CI.  X.  Bd.  II.  H£t.

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