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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Rokitansky.  Über  die  pathologische  Neubildung

Die  oben  angegebene,  von  einem  rundlichen,  stellenweise  jauchenden ­
  Rande  umgebene  Öffnung,  in  welche  sich  eben  auch  theilweise
  necrosirende  missfärb'ige  Gewelismassen  hereindrängten,  führte
in  ein  mit  Brandjauche  gefülltes  Cavum.  Dieses  wurde  von  einem
ansehnlichen,  mehrfach  eingerissenen,  buchtigen,  fibrösen  Sack  dargestellt, ­
  an  dem  nach  aussen  die  schwielig  verdichtete  Milchdrüse  haftete. ­
  Von  seiner  Wand  wuchs  in  weitem  Umfange  ein  vielfach  gelapptes
Aftergebilde  aus,  welches  den  Raum  desselben  ausfüllte  und  sich  in
und  durch  die  obenbemerkte  ulceröse  Öffnung  drängte.  Seine  Innenfläche ­
  war  gleich  den  rundlichen,  meist  keulen-  und  kolbenförmigen,
zum  Theile  von  wechselseitiger  Anlagerung  abgeplatteten,  nuss-  bis
enteneigrossen  Massen  dort,  wo  sie  nicht  mit  der  Brandjauche  in
Contact  gewesen,  von  einem  schlcimartigen,  hie  und  da  gelblichweissen,
  opaken,  abstreifbaren  Überzüge  bekleidet.  Sie  bestanden  theils
aus  einer  weissen,  faserigen,  theils  aus  einer  blassgelblichen,  gallertähnlichen,
  feuchten,  ein  synoviaartiges  Serum  ergiessenden  Masse;
manche  fühlten  sich  schwellend,  elastisch  an,  andere  waren  collabirt,
welk,  zähe.  Manche  waren  von  strotzenden  Blutcanälen  durchzogen
und  zugleich  von  Extravasat  durchsetzt.  Einschnitte  lehrten,  dass
einzelne  Lappen  selbst  aus  einer  Hülse  und  einer  eingehülsten
Gewebsmasse  bestanden,  auf  dem  Durchschnitte  fast  aller  aber  zeigten ­
  sich  kleine,  von  einem  etwas  opaken  Saume  umgebene  Spältchen
  oder  grössere,  glatt  ausgekleidete,  eine  viscide  Feuchtigkeit
enthaltende  kluftartige  Räume,  in  welche  meist  durchscheinende,  aber
auch  hie  und  da  weisslich-opake,  konische  und  kolbige,  an  ihrem
freien  Ende  gelappte  Gewebsmassen  hereinwuchsen.  Auch  auf  der
Oberfläche  mehrerer  zeigten  sich  feine,  glatte  Längsfurchen  und
Rinnen;  auf  anderen  klafften  in  grosser  Anzahl  grössere  Räume,  in
welche  kerbige,  drüsige  Excrescenzen  hereinwuchsen.  Hie  und  da
wuchsen  auch  die  Ränder  jener  Rinnen  hahnenkammartig  aus.
Die  mikroskopische  Untersuchung  lehrte  vorerst,  dass  jener
schleimartige  Überzug  ein  in  grossen  Strecken  in  Fettmetamorphose
begriffenes  Zellen-Epithelium  war.  Eine  Lamelle  aus  der  Gewebsmasse ­
  der  Lappen  zeigte  bei  90maliger  Vergrösserung  in  einem  theils
amorphen,  theils  gefaserten  Lager  runde  und  längliche,  spaltähnliche,
hie  und  da  von  einem  eingebuchteten  Rande  umgebene  Öffnungen,
die  zunächst  von  einem  von  der  Lagermasse  differenten  Saume
begrenzt  waren  (Fig.  1),  von  denen  bei  d)  zwei  über  einander  liegen.
            
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