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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Beiträge  zur  Physik.

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Um  den  Einfluss  dei'  Dralhwindungen  auf  diese  Erscheinung
recht  augenfällig  zu  machen,  wurde  der  lose  gespannte  Drath  in  ein
Bündel  von  einem  Schuh  Durchmesser  zusammengewickelt.  Zieht  man
das  Bündel  aus  einander,  und  nimmt  den  obigen  Versuch  vor,  so  erhält
manschwache  Erschütterungen,  die  jedoch  immer  stärker  werden,
je  mehr  man  die  Dräthe  zusammenschiebt.  Diesen  Versuch  kann  ich
jedem  Lehrer  anempfehlen,  weil  er  leicht  ausführbar  und  fasslich  ist.
IV.  Neue  Erklärung  der  durch  elektrische  Ströme  im  menschlichen  Körper
erregten  Erschütterungen.
Bei  den  Versuchen  mit  der  vibrirenden  Spirale  bin  ich  auf  den
Gedanken  gekommen,  die  Erschütterungen  im  menschlichen  Körper,
welche  durch  intensive  elektrische  Ströme,  besonders,  wenn  sie
stossweise  eingeleitet  werden,  entstehen,  anders  aufzufassen  und  zu
erklären,  als  es  bisher  geschah.
Die  Erklärung  dieser  Erscheinung,  welche  Ritter  und  Ermann ­
  gegeben  haben,  ist  eigentlich  keine  Erklärung,  und  auch  die
neuere  Ansicht  davon,  welcher  sich  selbst  Du  B  ois  -Rey  m  on  d  in
seiner  ausgezeichneten  Arbeit  anschliesst,  ist  vom  physikalischen
Standpunkte  betrachtet,  unstatthaft.
Die  Nerven,  eigentlich  aber  die  Hüllen  derselben,  die  sogenannten ­
  structurlosen  Massen,  sind  die  Empfänger  und  Leiter  der  Elektricität,
  bevor  diese  noch  den  Muskel  afficirt.  Wären  diese  Leiter  Spiralen, ­
  so  wären  durch  den  oberen  Versuch  die  Contractionen  erklärt;
allein,  solche  Spiralen  sollen  nicht  vorhanden  sein,  denn  nur  Barry
will  sie  gesehen  und  nachgewiesen  haben.
Solche  Spiralen  sind  aber  auch  zur  Erklärung  dieser  Erscheinung
nur  dort  nothwendig,  wo  nur  ein  einziger  Leiter  vorhanden  ist,  und
dennoch  die  Contractionen  erfolgen.  In  einem  solchen  Falle  wird  man
auch  die  Spirale  finden,  wenn  sie  auch  bis  jetzt  nicht  gefunden  wurde.
Überall,  wo  gleichlaufende,  nicht  zu  weit  von  einander  entfernte
Ströme  Vorkommen,  muss  eine  wechselseitige  Anziehung  derselben
erfolgen;  dort,  wo  convergirende  Ströme  in  einen  Hauptstrom  übergehen, ­
  oder  wo  ein  Hauptstrom  sich  in  divergirende  Zweigströme
theilt,  findet  zwischen  dem  Hauptstrome  und  den  Theilströmen  eine
Abstossung,  zwischen  den  Theilströmen  aber  eine  Anziehung  Statt,
die  durch  jene  Abstossung  noch  verstärkt  wird.  Diese  Anziehungen
müssen  sich  am  meisten  um  die  Knotenpunkte  äussern,  und  Contrac-
            
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