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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

16  K  nur,  Die  Panzerwelse  des  k.  k.  Hof-Naturalien-Cabineles  zu  Wien.

1.  Die  Loricarien  unterscheiden  sicli  in  skeletlicher  Beziehung  von
den  echten  Siluroiden  wesentlich  durch  die  Form  der  Wirbelsäule, ­
  die  eigenthümlichen  Stützgerüste  der  Rücken-  und  Afterflosse, ­
  und  durch  ihre  Mundbildung.
2.  Die  vergleichende  Analyse  von  Hautgehilden  mehrerer  ausgezeichneten ­
  Fischtypen  ergab,  dass  die  Hautschilder  der  Loricarien
  in  ihrer  chemischen  Zusammensetzung  zunächst  den
Email-Schuppen  der  Gcmoiden  und  den  Schildern  der  Chondrostei ­
  und  Sclerodermi  stehen.
3.  Alle  Loricarien  besitzen  ein  gut  entwickeltes  System  von  Kopfund
  Seitencanälen  (eine  sogenannte  Seitenlinie),  dessen  bisher
nirgends  Erwähnung  geschah.
4.  Alle  Loricarien  (Lor.  laeviuscvla  allein  ausgenommen)  zeigen
jenes  rätselhafte  Seitenloch,  das  von  Agassiz  und  Valenciennes
  nur  als  Eigentümlichkeit  der  Gattung  Cetopsis
angeführt  wird.
5.  Bei  allen  bildet  die  Pupille  die  Form  eines  liegenden  Halbmondes. ­

C.  Bei  allen  endlich  zeigt  die  Analgrube  zwei  getrennte  Mündungen, ­
  von  denen  die  vordere  Anus-,  die  hintere  Sexualmündung
ist;  letztere  liegt  bei  Männchen  an  der  Spitze  einer  Papille;
die  Weibchen  besitzen  einen  doppelten,  geschlossenen  Eiersack.
            
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