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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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Kn  er.  Die  Panzerwelse

war.  Den  Beleg  hierfür  soll  die  vorliegende  Arbeit  selbst  liefern;
ich  glaube  mich  demnach  hier  darauf  beschränken  zu  dürfen,  vorläufig ­
  nur  den  Umfang  und  die  Hauptergebnisse  derselben  anzudeuten.
Seit  der  Zeit  als  durch  Linne  zuerst  die  Gattung  Loricaria
im  System  eingeführt  wurde,  pflegte  man  die  Fische  dieser  Gruppe
als  nächste  Verwandte  der  Welse  (Siluroidei)  zu  betrachten,  mit
welchen  sie  auch  Cu  vier-Valen  ciennes  noch  zu  einer  Familie
vereinigt  Hessen.  Es  scheint,  dass  man  diese  Verwandtschaft  vorzüglich ­
  wegen  den  verkümmerten  Oberkiefern,  den  statt  ihnen  vorhandenen ­
  Bartelknochen,  und  dem  häufigen  Vorkommen  einer  zweiten
Rückenflosse  für  hinlänglich  gerechtfertigt  hielt  und  dagegen  wesentliche ­
  Abweichungen  in  der  Bildung  anderer  Tlieile  nicht  berücksichtigen ­
  zu  dürfen  glaubte.  Die  Verkümmerung  eines  Knochens  hielt
man  für  wichtiger  als  die  Bildung  des  ganzen  übrigen  Skeletes,  als
jene  des  Mundes,  der  Zähne,  des  Darmcanales,  welcher  in  seinen
vielfachen  Windungen  doch  unabweislich  darauf  hindeutet,  dass  die
Lebensweise  dieser  Fische  von  der  eines  Raubfisches,  wie  ein  echter
Silurus  ist,  gänzlich  verschieden  sein  müsse,  so  wie  auch  die  festgepanzerte ­
  Haut  derselben  deutlich  genug  dafür  spricht,  dass  diese
Fische  vielmehr  gegen  andere  schutzbedürftig  seien,  als  dass  sie
selbst  angriffsweise  auftreten  können.  Während  man  mit  Recht  in
der  Zoologie  den  Grundsatz  festhält,  dass  Lebensweise  und  Bau  eines
Thieres  stets  in  innigem  Zusammenhänge  stehen,  dass  letzterer  ein
Ausdruck  der  ersteren  sei  und  beide  sich  gegenseitig  bedingen,  dass
endlich  die  Aufstellung  natürlicher  systematischer  Einheiten  nur  unter
solchen  Rücksichtsnahmen  gelingen  könne,  liefert  gerade  die  Familie
der  Siluroiden  in  ihrer  älteren  Zusammenstellung  ein  Beispiel,  wie
auf  künstlichem  Wege  einem  Knochen  zu  Lieb  und  der  Natur
zu  Leid  systematische  Einheiten  construirt  werden.
Selbst  Joh.  Müller,  welcher  mit  so  glücklichem  Erfolge  die
Reform  des  ichthyologischen  Systems  verfolgt,  konnte  sich  noch  in
seiner  classischen  Abhandlung  über  die  Ganoiden  nicht  zur  völligen
Trennung  der  Loricarien  von  den  Siluroiden  entschliessen,  und  dies
geschah  nur  durch  Agassiz,  der  sie  als  eigene  Familie  unter  dein
Namen  Goniodontes  aufstellte.  Indem  meine  Untersuchungen  mich
ebenfalls  bestimmen,  zur  gänzlichen  Trennung  der  Panzerfische  von
den  Siluroiden  einzurathen,  erlaube  ich  mir  nur  die  Bemerkung,  dass
ich  zur  Bezeichnung  der  ganzen  Familie  den  Namen  Loricata  jenem
            
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