K n e r. Die Panzerwelse des k. k. Hof-Naturalien-Cabinetes zu Wien. 113
Es bedarf gewiss keiner zu gewalttätigen Voraussetzung, um
die Farben des Hydrochinons und des Jods im Herapathit wiederzufinden.
Das weniger dunkle Violblau wird durch weniger tiefes
Gelb zu dem nahe farblosen schwach grünlichen Tone der in der
Richtung der Axe polarisirten Körperfarbe neutralisirt. Das ganze
dunkle Yiolet mit dem etwas stärkeren Gelb lässt Roth zurück, das
metallische Gelb mit dem Blau gibt das metallische Grün. Gewiss
verdient eine Vergleichung von dieser Art noch fernere Aufmerksamkeit,
wenn sie auch für den Fall nur als ein erster Versuch annähernd
gewagt wird.
Die Panzerwelse des k. k. Hof- Naturalien- Cabinetes
zu Wien.
Von dem c. M. Prof. Dr. R. Kner.
(Auszug; aus einer für die Denkschriften bestimmten Abhandlung.)
I. Abtheihmg.
LORICARINAE.
Ich habe die Ehre, der kaiserlichen Akademie die erste Abtheilung
einer Arbeit vorzulegen, deren Ausführung abermals durch die
mir von Hrn. Heckei gestattete Benützung der Schätze des k. k.
Hof-Naturalien-Cabinetes ermöglicht wurde. Sie betrifft nämlich die
Familie der sogenannten Panzerwelse (Loricata, Goniodontes),
eine Gruppe südamerikanischer Süsswassertische, die nach den wissenschaftlichen
Vorlagen in keinem anderen Museum so zahlreich
vertreten ist, und welche das hiesige insbesondere dem langjährigen
Aufenthalte Jos. Natterer’s in jenen unerschöpflich scheinenden
Ländern verdankt. Es finden sich daselbst nicht nur die meisten in
der grossen Hisloire des poissons angeführten Arten vor, sondern
es bewahrt auch eine, die Summe jener noch übersteigende Anzahl
neuer, meines Wissens bisher nicht beschriebener Formen. Dieser
Reichthum an Arten und insbesondere auch an Individuen einer Art,
dessgleichen der Umstand, dass die Mehrzahl derselben in wohlerhaltenen
Weingeist-Exemplaren besteht, setzten mich in Stand, diese
interessante Gruppe in umfassenderer Weise kennen zu lernen, als
dies bis jetzt Anderen unter minder günstigen Verhältnissen möglich
Sitzb. d. mathem.-naturw. CI. X. Bd. I. Hft.
8