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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

Über  Dr.  Herapatli’s  Jod-Chinin-Verbindung.

lil

der  Richtung  der  Axe  der  Krystalle;  dasselbe  Hyacinthroth,  dunkle
Blutroth,  Schwarz,  der  Dicke  der  Platten  oder  Krystalle  entsprechend,
polarisirt  senkrecht  auf  die  Axe.
Bei  der  einen  wie  bei  der  anderen  Species  polarisiren  vollkommen ­
  durchsichtige  hlassgrünliche  Krystalle  oder  Platten  gekreuzt  das
Licht  bis  zum  vollständigen  Schwarz.  Sind  die  Krystalle  dünn,  so
entsteht  hei  der  Kreuzung  nur  Roth,  eben  so  wie  die  Farbe  hei  der
Untersuchung  durch  den  Kalkspafh  der  dichroskopischen  Loupe.
Ganz  dünne  Platten  von  Andalusit  haben  eine  blasse  aber  deutlich
rothe  Farbe.  Legt  man  zwei  solche  Platten  in  paralleler  Stellung  auf
einander,  so  verschwindet  das  Roth,  es  wird  absorbirt,  und  das
dickere  blassgrüne  Aggregat  ist  überraschend  hellfarbiger  als  jede
einzelne  Platte.  Ehen  so  sind  auch  die  ganz  dünnen  Krystallblättchen
des  Herapathits  deutlich  blassroth,  ja  es  gibt  viele  Krystalle  die,
ungleich  dick,  rothe  und  grüne  Stellen  zeigen.  Je  deutlicher  das
Roth,  desto  mehr  nähert  sich  bei  der  Untersuchung  im  polarisirten
Lichte  der  in  der  Richtung  der  Axe  polarisirte  Ton  dem  vollkommen
ungefärbten,  so  dass  man  den  Krystall  auch  wohl  gar  nicht  sieht,
während  das  darauf  senkrecht  polarisirende  Bild  mehr  oder  weniger
tiefroth  erscheint.
Die  Farbentöne  des  Herapathits  lassen  sich  den  obigen  Beobachtungen ­
  gemäss  in  folgendem  Bilde  darstellen:
1.  Körperfarbe.  Im  gewöhnlichen  Lichte  in  ganz  dünnen  Krystallplatten
  blassroth,  zwischen  rosen-  und  ziegelroth,  in
dickeren  Krystallen  blassolivengrün,  oder  grünlichgrau,  das
bei  zunehmender  Dicke  zuweilen  etwas  gelblich  ist.
Im  polarisirten  Lichte  nach  Massgabe  der  Dicke,  das  Bild
polarisirt  in  der  Richtung  der  Axe  farblos  bis  blassgrün,  das
Bild  polarisirt  senkrecht  auf  die  Axe  blutroth  bis  schwarz.
Schwarz  schon  hei  einer  Dicke  von  eines  Zolles.
2.  Oberflächenfarbe.  Polarisirt  senkrecht  auf  die  Axe  hei
nahe  senkrechtem  Einfall  grasgrün,  bei  grösserem  Einfallswinkel ­
  in  der  Ebene  der  Axe  spangrün,  entenblau,  dunkelstahlblau. ­

Auf  Glas  aufpolirt  ist  die  Körperfarbe  ein  röthliches  Braun,
es  erscheint  kein  metallisches  Grün,  wohl  aber  in  allen  Aziinuthen
  senkrecht  auf  die  Einfallsebene  polarisirt  ein  nicht  sehr
lebhaftes  Oberflächenblau.
            
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