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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 10. Band, (Jahrgang 1853)

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H  a  i  d  i  n  g  e  r.

Da  man  nun  eigentlich  zur  vollkommenen  scharfen  wörtlichen
Bezeichnung  der  in  Rede  stehenden  Krystalle  der  neuen  Jod-Chinin-Verbindung
  sich  eines  ziemlich  zusammengesetzten  Ausdruckes  bedienen ­
  müsste,  so  schlage  ich  als  Abkürzung,  als  Erleichterung  im
Gebrauche  den  Namen  Herapathit  Yor,  zur  Erinnerung  an  den
Entdecker,  der  sie  auch  zuerst  optisch  beschrieb.  Ich  befolge  darin
den  Grundsatz  der  specifischen  Nomenclatur,  der  langsam
aber  gewiss  unwiderstehlich  sich  erweitern  und  befestigen  wird.  In
dem  gegenwärtigen  Falle  wird  ein  einfacher,  specifischer,  und
gerade  dieser  Name  durch  den  Umstand  noch  wünschenswerter,
dass  es  Herrn  Dr.  Herapath  gelungen  ist,  Krystallhlättchen  des
neuen  Körpers  als  „künstlichen  Turmalin”  zwischen  dem  Auge  und
dem  Ocular  eines  Mikroskopes  zu  verwenden,  eine  Anwendung,  die
gewiss  eine  wahre  Bereicherung  des  optischen  Apparates  genannt
werden  muss.
In  optischer  Beziehung  waren  es,  wenn  auch  der  metallisch
grünen  Oberflächenfarbe,  ähnlich  den  Canthariden-Flügeldecken,
oder  dem  Murexid,  Erwähnung  geschieht,  doch  vorzüglich  die  Erscheinungen ­
  des  Dichroismus  bei  durchfallendem  Lichte,  oder  die
verschiedene  Absorption  nach  zwei  senkrecht  auf  einander  stehenden
Richtungen,  welche  in  den  vier-  oder  sechsseitigen  Blättchen  untersucht ­
  wurden.  Als  Ergehniss  folgt:
1.  Die  Körperfarbe.  Im  gewöhnlichen  Lichte  blass  olivengrün,
in  ganz  dünnen  Blättchen,  bis  zu  '/ b00  von  einem  Zoll,  farblos.
Im  polarisirten  Lichte,  wenn  das  Licht  in  der  Längenrichtung ­
  der  Krystalle  polarisirt  ist,  durchsichtig  und  vollkommen
farblos,  wenigstens  bei  ganz  dünnen  Krystallen;  wenn  das  Licht
in  der  Querrichtung  der  Krystalle  polarisirt  ist,  undurchsichtig
und  schwarz,  die  Blättchen  mögen  noch  so  dünn  sein.
Ein  erhöhetes  Interesse  gewannen  die  Krystalle  noch  durch  die
darauffolgenden  optischen  Untersuchungen  der  metallischen  Oberflächenfarben, ­
  welche  Herr  Prof.  Stokes  auf  der  Versammlung
der  britischen  Naturforscher  in  Belfast  im  September  1852  bekannt
machte.  Einen  Bericht  über  die  Mittheilung  enthielt  Herrn  Abbe
Moigno's  Cosinos  *).

1)  Nr.  24  für  10.  Oct.  I,  574.
            
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